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Eklat um Luxuswohnung : Pikante Post vom Kardinal

  • -Aktualisiert am

Tarcisio Bertone hat sich 2014 eine 700 Quadratmeter große Luxuswohnung im Vatikan herrichten lassen. Bild: Reuters

Weil seine Luxuswohnung mit viel Spendengeld umgebaut worden sein soll, droht dem früheren Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone ein Verfahren vor dem Vatikangericht. Ein jetzt veröffentlichter Brief von ihm verstärkt den Ermittlungsdruck.

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          Dem früheren Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone droht ein Verfahren vor einem Vatikangericht. Am Donnerstag bestätigte der stellvertretende Vatikansprecher Greg Burke Medienberichte, wonach die päpstliche Justiz wegen des 400.000 Euro teuren Umbaus der 700 Quadratmeter großen Kardinalswohnung mit Dachterrasse Anklage gegen den früheren Chef des päpstlichen Kinderkrankenhauses „Bambino Gesù“ in Rom Giuseppe Profiti sowie seinen früheren Schatzmeister Massimo Spina erhob.

          Sie stehen im Verdacht, Gelder der Krankenhausstiftung unterschlagen und damit einen Teil der Bauarbeiten für Bertones Penthouse finanziert zu haben. Dabei soll es um 200.000 Euro gegangen sein. Nach ersten Enthüllungen hatte Bertone vor Monaten 150.000 Euro als „Spende“ an die Krankenhausstiftung überwiesen, zugleich aber betont, nichts von der Finanzierung durch Dritte beziehungsweise die Veruntreuung von Stiftungsgeldern gewusst zu haben.

          Auch gibt es bisher keine Ermittlungen gegen den früheren zweiten Mann am Heiligen Stuhl; dessen Prozess allemal vor einem anderen Gericht geführt werden müsste als der gegen die beiden Laien. Jetzt aber veröffentlichte „L`Espresso“ einen Brief aus dem November 2013, in dem sich Bertone bei seinem Freund Profiti dafür bedankt, die Gelder zu erhalten. Im Gegenzug dafür bot er seine Wohnung für „institutionelle Treffen“ der Krankenhausspitze an. Diesen Bertone-Brief veröffentlichte jetzt Emiliano Fittipaldi, der sich derzeit wegen der Veröffentlichung illegal angeeigneter Vatikandokumente auch vor dem päpstlichen Gericht verantworten muss.

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