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Täter von Kandel : Mias Mörder tot in Gefängniszelle aufgefunden

  • Aktualisiert am

Im Juni 2018 begann die Verhandlung gegen Abdul D. in Landau. Bild: EPA

Der wegen Mordes an seiner früheren Freundin Mia in Kandel verurteilte Abdul D. ist tot in seiner Zelle in der Jugendstrafanstalt Schifferstadt aufgefunden worden. Er hat sich wohl das Leben genommen.

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          Der Mörder von Mia aus Kandel ist tot in seiner Gefängniszelle gefunden worden. Ersten Erkenntnissen zufolge hat sich Abdul D. in der Jugendstrafanstalt Schifferstadt das Leben genommen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilten. Der aus Afghanistan stammende Mann war im September 2018 für den tödlichen Messerangriff auf die 15-jährige Mia verurteilt worden. Die Richter in Landau verhängten für den Mord acht Jahre und sechs Monate Haft nach Jugendstrafrecht.

          Die Tat kurz nach Weihnachten 2017 in einem Drogeriemarkt der kleinen Stadt in der Pfalz hatte bundesweit großes Entsetzen ausgelöst. Der Fall fachte außerdem die Diskussion um die Altersfeststellung junger Flüchtlinge an. Rechtspopulistische Gruppen nahmen die Tragödie zum Anlass, um in Kandel und umliegenden Orten gegen die Asylpolitik der Bundesregierung zu protestieren. Die nächste Demonstration war für diesen Freitag in Landau angekündigt (10.00 Uhr).

          D. hat sich nach Angaben des Justizministeriums in Mainz in der Nacht zum Donnerstag das Leben genommen. Die Einzelzelle sei von außen verschlossen gewesen, sagte Sprecher Christoph Burmeister. Eine Obduktion soll genauere Erkenntnisse zum Todeszeitpunkt bringen. Die Zelle sei nicht videoüberwacht gewesen, weil es keine Anzeichen für eine Selbsttötungsabsicht gegeben habe.

          Die Staatsanwaltschaft Frankenthal und die Kriminalpolizei Ludwigshafen haben ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet, um die genauen Umstände zu klären. Die Leiche soll an diesem Freitag im rechtsmedizinischen Institut in Mainz obduziert werden.

          Der damalige Anwalt von Abdul D., Maximilian Endler, sagte zu der Todesmitteilung: „Ich weiß von nichts und kann daher auch nichts dazu sagen.“ Er hatte nach dem Urteil gesagt, er rechne damit, dass sein Mandant nach der Verbüßung eines Teils der Strafe abgeschoben werde.

          Abdul D. war nach seiner Ankunft in Deutschland als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling aufgenommen und betreut worden. Er gab sein Alter zunächst mit 15 Jahren an. Nach der Tat kamen Zweifel auf, ob er so jung ist. Ein Gutachten im Auftrag der Staatsanwaltschaft kam zu dem Ergebnis, dass er zum Zeitpunkt der Tat mindestens 17 Jahre und sechs Monate, wahrscheinlich aber schon 20 Jahre alt war.

          Als Motiv für die Tat hatte die Staatsanwaltschaft Eifersucht und Rache angenommen. Sie ging davon aus, dass Abdul D. Mia bestrafen wollte, weil sie sich wenige Wochen zuvor von ihm getrennt hatte.


          Hilfe bei Suizidgedanken

          Wenn Sie daran denken, sich das Leben zu nehmen, versuchen Sie, mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Es gibt eine Vielzahl von Hilfsangeboten, bei denen Sie – auch anonym – mit anderen Menschen über Ihre Gedanken sprechen können.

          Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich.

          Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222.
          Der Anruf bei der Telefonseelsorge ist nicht nur kostenfrei, er taucht auch nicht auf der Telefonrechnung auf, ebenso nicht im Einzelverbindungsnachweis.

          Ebenfalls von der Telefonseelsorge kommt das Angebot eines Hilfe-Chats. Die Anmeldung erfolgt auf der Webseite der Telefonseelsorge. Den Chatraum kann man auch ohne vereinbarten Termin betreten, mit etwas Glück ist ein Berater frei. In jedem Fall klappt es mit einem gebuchten Termin.

          Das dritte Angebot der Telefonseelsorge ist die Möglichkeit der E-Mail-Beratung. Auf der Seite der Telefonseelsorge melden Sie sich an und können Ihre Nachrichten schreiben und Antworten der Berater lesen. So taucht der E-Mail-Verkehr nicht in Ihren normalen Postfächern auf.

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