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Tadschikistan : Alles nur geklaut?

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Heile Welt: Der damalige und heutige Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier 2006 mit dem Energieminister Tadschikistans, Abdullo Jorov, in der Nähe von Duschanbe. Bild: dpa

In Tadschikistan herrscht helle Empörung über Berichte, nach denen die Präsidentenfamilie gestohlene Autos aus Deutschland fahre. Ermittler der Berliner Polizei hatten einige Luxus-Limousinen in der Ex-Sowjetrepublik aufgespürt.

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          Die autoritäre Ex-Sowjetrepublik Tadschikistan hat Vorwürfe zurückgewiesen, die Präsidentenfamilie fahre Luxus-Limousinen, die in Deutschland gestohlen wurden. „Das ist ein Versuch, dem Image Tadschikistans einen Schlag zu verpassen“, sagte Außenamtssprecher Abdulfajs Atojew am Freitag vor Journalisten in der Hauptstadt Duschanbe. Er betonte zugleich, die Behörden des zentralasiatischen Landes prüften die „unglaubwürdigen“ Berichte.

          Die Ermittlungsgruppe „Westwind“ der Berliner Kriminalpolizei hatte zahlreiche gestohlene Autos per GPS-Ortung in Tadschikistan aufgespürt. Berlins Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) und das Auswärtige Amt versuchen seit längerem, die Wagen zurückzubekommen, wie eine Sprecherin des Senators am Donnerstag einen Bericht der „Bild“-Zeitung bestätigte.

          Der Sprecher des autoritären tadschikischen Präsidenten Emomali Rachmon wies die Vorwürfe ebenfalls zurück. „Solche eine Veröffentlichung ist eine absolute Verleumdung des Präsidenten und seiner Verwandten“, sagte Abdufattoch Scharifsoda am Freitag in Duschanbe. Dem Staatschef nahestehende Menschen seien nie in solch „schändliche“ Taten verwickelt gewesen und würden es auch nie sein. „Wie kann man aus Deutschland 200 Autos stehlen und nach Tadschikistan schaffen, wenn es in Deutschland und anderen europäischen Staaten doch unmöglich ist, auch nur eine Nadel zu stehlen?“, sagte Scharifsoda.

          Vor versammelter Hauptstadtpresse: Der Präsident Tadschikistans, Emomali Rachmon, im Dezember 2011 in Berlin.
          Vor versammelter Hauptstadtpresse: Der Präsident Tadschikistans, Emomali Rachmon, im Dezember 2011 in Berlin. : Bild: dpa

          Der tadschikische Botschafter in Berlin, Imomuddin Sattorow, sprach in einem Radiointerview von einer „Provokation“. Er sagte dem tadschikischen Dienst von Radio Liberty (RFE/RL), es sei verwunderlich, dass diese angeblich gestohlenen Fahrzeuge nicht bereits auf ihrem Weg durch mindestens fünf andere Staaten sichergestellt worden seien. Er warf den deutschen Behörden weiterhin vor, ihre Kollegen nicht informiert zu haben.

          Nach Angaben der Berliner Justiz vom Donnerstag stellte sie bereits 2011 und 2012 sogenannte Rechtshilfeersuchen an die Behörden in Tadschikistan. Berlin bat um Unterstützung und das Beschlagnahmen der Autos. Mehr als Dokumente und Abschriften von Zeugenaussagen kamen in Berlin aber nicht an. Tadschikistan war dem UN-Abkommen gegen grenzüberschreitende organisierte Kriminalität von 2009 beigetreten.

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