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Prozess in Hildesheim : Suspendierter Pastor wegen Betrugs und Urkundenfälschung verurteilt

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Der wegen Betrugs und Urkundenfälschung angeklagte Ex-Pastor sitzt im Gerichtssaal im Landgericht Hildesheim. Bild: dpa

Ein Pastor hat mehr als 40 Rechnungen fingiert. Vom Kirchenkreisamt bekam er so mehr als 40.000 Euro ausgezahlt. Nun hat ein Gericht den Mann zu einer Freiheitsstrafe verurteilt.

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          Ein wegen Betruges und Urkundenfälschung vom Dienst suspendierter Pastor ist vom Landgericht Hildesheim am Mittwoch zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten verurteilt worden. Die Strafe wird für einen Bewährungszeitraum von drei Jahren ausgesetzt. Im Verfahren hatte der 62-Jährige ausgesagt, er habe sich nicht bereichern wollen, sondern mit dem Geld unter anderem die Behandlung seiner Krebserkrankung gezahlt. (AZ: 20 KLs 12 Js 18186/17)

          Die Vorsitzende Richterin Karin Kuhlmann bezeichnete das Urteil als „sehr milde“. Es begründe sich durch viele strafmildernde Punkte, darunter ein Teilgeständnis des Angeklagten, der Verlust des Pastorenamtes, die Dauer des Verfahrens und eine schwere, chronisch gewordene Krebserkrankung des Angeklagten. Zudem gehe das Gericht davon aus, dass er in Zukunft nicht mehr kriminell wird.

          44 fingierte Rechnungen

          Die Kammer sah es als erweisen an, dass der einst in der Kirchengemeinde Eime bei Hildesheim tätige Pastor zwischen September 2012 und Dezember 2016 in 44 Fällen fingierte Rechnungen beim Kirchenkreisamt Hildesheim eingereicht hat, um sich das Geld erstatten zu lassen. Dabei sei er „gewerbsmäßig vorgegangen, um aus seinen Taten ein Einkommen zu erzielen“, betonte Kuhlmann. Der Pastor habe mit seinen Taten einen Betrag von 44.524,67 Euro erlangt. Davon muss er laut Urteil noch 20.055,34 Euro an die Kirche zurückerstatten.

          Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft dem evangelischen Pastor gewerbsmäßigen Betrug und Urkundenfälschung in 163 Fällen vorgeworfen. Im Plädoyer hatte sie die Vorwürfe zu 44 Fällen zusammengefasst und eine zur Bewährung ausgesetzte Freiheitsstrafe von zwei Jahren und den Einzug der rund 20.000 Euro gefordert. Die Verteidigung hatte hingegen auf eine Strafe von höchstens einem Jahr und sechs Monaten plädiert.

          Erstmals war der Betrug aufgefallen, nachdem der Pastor nach mehr als 20 Jahren von seiner Stelle im Landkreis Hildesheim in die Region Hannover gewechselt war. Die Kirche hatte Strafanzeige gegen den Pastor gestellt, nachdem die Unregelmäßigkeiten ans Licht gekommen waren.

          Das Urteil wird rechtskräftig, wenn der Angeklagte nicht binnen einer Woche Rechtsmittel einlegt. Täte er dies, käme das Urteil vor dem Bundesgerichtshof zur Revision. Tritt das Urteil hingegen in kraft, wird der suspendierte Pastor entlassen und verliert seine Pensionsansprüche. Er bekäme aber eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung.

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