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Stuttgart : Mordanklage im Fall der Kofferleichen

Der Koffer, in dem die Leichen gefunden wurden Bild: dpa

Günter H. bestreitet die Tat, doch die Staatsanwaltschaft klagt ihn wegen zweifachen Mordes an. Er soll zwei Obdachlose getötet und in einem Reisekoffer im Stuttgarter Schlossgarten abgelegt haben.

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          Der mutmaßliche Mörder von zwei Obdachlosen hätte die Koffer mit den Leichen am liebsten im Unteren Schlossgarten in Stuttgart vergraben. Doch offenbar haben die Bäume am Bahndamm, wo sich die Gleise in Richtung Ludwigsburg und in Richtung Remstal trennen, ein sehr starkes Wurzelwerk ausgebildet. Der 48 Jahre alte Günter H. versteckte die Hartschalenkoffer deshalb lediglich hinter einer Betonmauer.

          Rüdiger Soldt
          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Am 1. Juni entdeckten Spaziergänger die Plastikkoffer mit den Leichen. In Embryonalstellung fand die Polizei in den Koffern die Leichen von zwei Stuttgartern aus dem Obdachlosenmilieu vom Ostendplatz. Es handelte sich um die Leichname des 50 Jahre alten Peter G. sowie dessen 47 Jahre alter Freundin Sylvia C.

          Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft hat der aus dem Ostalbkreis stammende Günter H. das Paar getötet. Dank einer DNA-Spur hatte die Polizei den Angeklagten am 16. Juni festnehmen können. Er sitzt derzeit in Untersuchungshaft und bestreitet die Tat. Er behauptet, Sylvia C. habe erst ihren Lebensgefährten Peter G. getötet und sich dann selbst umgebracht. Das Tatgeschehen habe er in der Wohnung des Opfers beobachtet, er sei aber im Halbschlaf gewesen. Später habe er die Leichen in den Koffern mit seinem Fahrrad und einem Fahrradanhänger in den Schlossgarten gebracht.

          Die Staatsanwaltschaft will vor Prozessbeginn ihre Version des Tathergangs nicht erläutern, um keine Zeugen zu beeinflussen. „Wir halten die Version des Angeklagten für falsch, es gibt genug Anhaltspunkte für Mord, sonst hätten wir die Anklage ja nicht erheben sollen“, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Es liege der Verdacht nahe, dass es sich um eine Beziehungstat gehandelt habe. Dafür spricht wohl auch, dass Günter H. erst seinen Bekannten tötete und dann dessen Lebensgefährtin. Das Hauptverfahren wird voraussichtlich im Februar 2015 eröffnet.

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