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Strauss-Kahn : Neue pikante Details werden bekannt

  • -Aktualisiert am

Auch Anne Mansouret, die Mutter von Tristane Banon, hat mit Strauss-Kahn geschlafen Bild: AFP

„Einvernehmlich, aber durchaus brutal“ sei ihr Verhältnis gewesen - die Mutter der französischen Autorin Tristane Banon, die Dominique Strauss-Kahn versuchte Vergewaltigung vorwirft, hatte selbst eine Affäre mit dem Politiker.

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          Während der nächste Gerichtstermin im amerikanischen Strafverfahren gegen Dominique Strauss-Kahn auf den 1. August verschoben wurde, ist Bewegung in die Ermittlungen der französischen Justiz gekommen. Die Mutter der französischen Klägerin Tristane Banon, die Sozialistin Anne Mansouret, hat bei einem Polizeiverhör in Paris zu Protokoll gegeben, selbst eine sexuelle Beziehung zu Strauss-Kahn unterhalten zu haben. Ihre Tochter, die den Sozialisten wegen versuchter Vergewaltigung verklagt, habe davon aber nichts gewusst.

          Laut Informationen des Nachrichtenmagazins „L'Express“ hat Anne Mansouret bei ihrer Vernehmung am 13. Juli angegeben, in einem Büro der OECD in Paris ein „einvernehmliches, aber brutales“ sexuelles Abenteuer mit Strauss-Kahn gehabt zu haben. Die sozialistische Politikerin war damals eng mit Strauss-Kahns zweiter Frau Brigitte Guillemette befreundet. Ihre Freundschaft war so eng, dass sie Brigitte Guillemette als Patin ihrer Tochter Tristane bestimmte. Frau Guillemette wurde am vergangenen Freitag von den Ermittlern befragt.

          „Für Frauen eine äußerst gefährliche Persönlichkeit“

          Tristane Banon wirft Strauss-Kahn vor, er habe versucht sie im Februar 2003 in einer leerstehenden Wohnung bei einem Interviewtermin zu vergewaltigen. Die junge Frau habe flüchten können und ihre Mutter angerufen. Frau Mansouret sagte, sie habe ihrer Tochter zunächst von einer Klage abgeraten, um ihre Berufskarriere als Journalistin und Autorin nicht zu gefährden. Auch persönliche Bewegungen hätten eine Rolle gespielt. Sie habe aber Rat eingezogen bei dem damaligen Staatsanwalt in Evreux, den sie aus ihrem Wahlkreis kannte. Dieser habe ihr zu einer Vergewaltigungsklage geraten. Frau Mansouret will auch einen elektronischen Austausch mit der jetzigen sozialistischen Abgeordneten Aurélie Filipetti gehabt haben.

          Die Schriftstellerin Tristane Banon beschuldigt Strauss-Kahn der versuchten Vergewaltigung

          Die damals den Grünen angehörende Politikerin habe ihr geschrieben, Strauss-Kahn habe sie ebenfalls belästigt, es sei aber nicht so weit gegangen wie bei ihrer Tochter. „Aber das, was ich gesehen habe, hat mir gereicht, um zu verstehen, dass er für Frauen eine äußerst gefährliche Persönlichkeit ist“, soll Frau Filipetti in einer Email geschrieben haben, die Frau Mansouret den Ermittlern vorgelegt haben will. Frau Mansouret sagte, sie wolle dem Eindruck entgegenwirken, Strauss-Kahn sei „nur“ ein großer Verführer und nicht zu Gewalt gegenüber Frauen fähig.

          Tristane Banon wiederum sagte, sie habe ihrer Freundin, der Tochter Strauss-Kahns, Camille, von dem Vorfall berichtet. Camille Strauss-Kahn habe ihr gesagt: „Ich weiß nicht, ob ich dir dankbar sein muss, oder ob ich dich verwünschen soll“. Seither sei der Kontakt komplett abgebrochen. Auch der damalige Vorsitzende der Sozialistischen Partei, Francois Hollande, soll über die Vorwürfe gegen Strauss-Kahn unterrichtet gewesen sein. Hollande habe Tristane Banon angerufen, um sie zu trösten und in Erfahrung zu bringen, ob sie eine Klage erwäge. LeFigaro.fr meldet, Hollande solle im September von den Ermittlern vernommen werden. Hollande ließ mitteilen, er wisse nichts von einer Vorladung. Hollande bewirbt sich in den sozialistischen Vorwahlen um die Präsidentschaftskandidatur.

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