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Mordfall Madeleine : „Er hat ihren Körper wie Gartenabfall entsorgt“

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Günther O. am Freitag im Landgericht Essen Bild: dpa

Jahrelang missbraucht Günther O. in Essen seine Stieftochter, zeugt sogar ein Kind mit ihr. Als sie ihn anzeigt, lockt er sie in seinen Schrebergarten, tötet sie und betoniert ihre Leiche ein. Dafür muss er nun lebenslang in Haft.

          Kaum ist das Urteil gesprochen, lässt sich Günther O. mürrisch in seinen Stuhl fallen. Lebenslange Haft wegen Mordes an seiner Stieftochter Madeleine – der 47 Jahre alte Mann scheint innerlich zu kochen. Immer wieder schüttelt er den Kopf und kommentiert die Ausführungen des Richters: „Ich kann das Gelaber nicht mehr hören.“ Mehrfach sieht es so aus, als ob er aufstehen und gehen will, dann fläzt er sich aber doch wieder in seinen Stuhl.

          „Er ist ein Psychopath, der Madeleine wie sein Eigentum betrachtet hat“, sagt Richter Andreas Labentz in der Urteilsbegründung. „Ihren Körper hat er wie Gartenabfall entsorgt.“ Der gefesselte und geschundene Leichnam der 23 Jahre alten Frau war unter mehreren Schichten Erde und Beton im Essener Schrebergarten des Angeklagten gefunden worden. Auf dem Grab wuchsen frische Pflanzen.

          Auslöser der Tat ist ein unfassbares Familiendrama. Günther O. hat Madeleine jahrelang sexuell missbraucht. Er ist auch der Vater ihrer inzwischen dreijährigen Tochter. Doch das hat viele Jahre lang niemand gewusst. „Uns wurde immer erzählt, dass das Kind aus einem One-Night-Stand stammt“, sagt ein Bekannter des Angeklagten am Rande des Prozesses. „Er war aber immer sehr lieb zu dem Kind.“

          Der Schrebergarten, in dem die Leiche einbetoniert wurde

          Madeleine war im August 2012 aus der elterlichen Wohnung geflohen. Sie tauchte in einer Mutter-Kind-Einrichtung unter, zeigte Günther O. wegen sexuellen Missbrauchs an. Von diesem Tag an hatte ihr Stiefvater alles darangesetzt sie aufzuspüren.

          „Er wollte sich an Madeleine rächen“, sagt Oberstaatsanwältin Birgit Jürgens in ihrem Plädoyer. Er sei es gewohnt gewesen, dass Madeleine ihm gehöre und gehorche. Einmal soll er auch diese Sätze gesagt haben: „Ich werde Madeleine schon finden. Sie wird irgendwann unter der Erde liegen. Ich werde dann darauf rumtrampeln und sagen: Madeleine, jetzt bist du ruhig.“

          Schließlich nahm sein Sohn Kontakt zu seiner Halbschwester Madeleine auf und lockte sie am 11. Februar 2014 mit falschen Versprechen zu einem Treffen. Dort wartete schon ihr Stiefvater und fuhr mit ihr in den Schrebergarten. Der Zweiundzwanzigjährige wird als Mittäter vom Essener Schwurgericht zu vier Jahren Haft wegen Freiheitsberaubung verurteilt.

          Günther O. hatte die Tötung seiner Stieftochter zwar gestanden, aber als tragische Eskalation dargestellt. Es sei nur eine Aussprache geplant gewesen. Doch dann sei es zu einem heftigen Streit gekommen und er habe Madeleine eine volle Wodkaflasche vor den Kopf geworfen. Danach sei sie sofort tot gewesen. Fakt ist allerdings: Die 23 Frau ist erstickt worden. Das ergibt sich aus den rechtsmedizinischen Gutachten.

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