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Missbrauchsfall von Staufen : Mann muss wegen geplanter Vergewaltigung in Psychiatrie

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Das Urteil des Karlsruher Landgerichts wollen Verteidigung und Staatsanwaltschaft akzeptieren: sechseinhalb Jahre Haft und Einweisung in eine psychiatrische Klinik. Bild: dpa

Im Missbrauchsfall von Staufen ist ein weiterer Täter zu langer Haft verurteilt worden: sechseinhalb Jahre Gefängnis. Zudem muss der Mann in eine psychiatrische Klinik. Selbst für die erfahrenen Richter ist der Fall grausig gewesen.

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          Wegen der geplanten Vergewaltigung eines Jungen hat das Landgericht Karlsruhe einen Mann aus Schleswig-Holstein zu sechseinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt und in eine psychiatrische Klinik geschickt. Selbst für Berufsrichter sei der Fall ziemlich grausig, sagte der Vorsitzende Richter bei der Urteilsverkündung am Freitag. Der Prozess stand im Zusammenhang mit dem Missbrauchsfall von Staufen bei Freiburg, bei dem ein Junge von mehreren Tätern vergewaltigt worden war. Verteidigung und Staatsanwaltschaft erklärten, auf Rechtsmittel gegen das Urteil zu verzichten. (13 Ks 260 Js 37672/17).

          Der 45 Jahre alte Elektriker aus Reinbek bei Hamburg war im Juni 2018 vom Landgericht zu acht Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil jedoch auf: Es sei nicht ausreichend begründet, warum keine verminderte Schuldfähigkeit vorliege.

          Aufgrund eines Gutachtens sei in der Verhandlung klar geworden, dass bei dem Mann eine sadistisch geprägte Pädophilie vorliege und dieser vermindert schuldfähig sei, sagte der Richter. Er sei gefährlich für die Allgemeinheit. Zu Gunsten des Angeklagten wertete das Gericht unter anderem das Geständnis des Mannes und die lange Untersuchungshaft. Außerdem leide er selbst stark unter seinen Phantasien. Negativ seien mehrere Vorstrafen, die hohe Rückfallgeschwindigkeit nach einer früheren Haftstrafe und die Schwere der geplanten Straftat.

          Der Angeklagte hatte 2017 über das Darknet, einen besonders geschützter Bereich des Internets, Kontakt zum Lebensgefährten der Mutter des Jungen aufgenommen. Er fragte an, ob er das Kind missbrauchen und töten könne. Geschnappt wurde er, weil er die Festnahme des Paares aus Staufen nicht mitbekommen hatte. Ein verdeckter Ermittler gab sich als Freund der Mutter aus und lockte den Schleswig-Holsteiner nach Karlsruhe.

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