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Stahlseil auf ICE-Trasse : Bezug zu IS sehr unwahrscheinlich

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Allersberg: Polizisten suchen auf der ICE-Strecke zwischen Nürnberg und München die Schienen ab. Bild: dpa

Mit rund 200 Stundenkilometern ist ein ICE Anfang Oktober in ein Stahlseil gerast. Ermittler halten es für sehr unwahrscheinlich, dass das Stahlseil von Sympathisanten der Terrormiliz Islamischer Staat gespannt worden ist.

          Ermittler halten es für sehr unwahrscheinlich, dass das Stahlseil auf der ICE-Strecke zwischen Nürnberg und München von Sympathisanten der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gespannt worden ist. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Sonntag aus Sicherheitskreisen. Die „Welt am Sonntag“ hatte berichtet, ein Bezug zu der Terrormiliz werde geprüft. Aus München war zu hören, es handele sich bei dem Rechtsterrorismus-Verdacht lediglich um eine von vier Hypothesen. Weitere seien die IS-Hypothese oder die Spinner-Hypothese.

          Vor rund einem Monat hatten unbekannte Täter ein dünnes Stahlseil über die Gleise der Schnellfahrstrecke bei Allersberg im Landkreis Roth gespannt. Bei dem Vorfall war ein ICE beschädigt worden, verletzt wurde niemand. Die Behörden gehen davon aus, dass die Konstruktion den ICE nicht hätte entgleisen lassen können.

          Mehr als 150 Polizisten suchten vergangene Woche die Strecke erneut ab. Dabei stellten die Ermittler mehrere Teile aus Holz und Metall sicher, die in München kriminaltechnisch untersucht werden. Die Teile sehen den kurz nach dem Vorfall aufgesammelten Gegenständen sehr ähnlich.

          Rund 50 Beamte ermitteln beim bayerischen Landeskriminalamt täglich in dem Fall. Sie stufen den Vorfall nicht als Anschlag, sondern als gefährlichen Eingriff in den Zugverkehr ein. Zudem ermittelt das Bundeskriminalamt und die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus, weil in der Nähe des Tatorts ein farbiges Drohschreiben mit mehreren Schwarz-Weiß-Kopien in arabischer Sprache entdeckt worden war.

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