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Staatsanwaltschaft ermittelt : Ehemalige Lebensgefährtin soll Wedel erpresst haben

  • Aktualisiert am

Dieter Wedel im Sommer 2013 in Worms Bild: dpa

Wegen des Verdachts der versuchten Erpressung wird gegen die ehemalige Lebensgefährtin von Dieter Wedel ermittelt. Sie soll 300.000 Euro von dem Regisseur gefordert haben – bevor sie in einem Interview schwere Vorwürfe gegen ihn erhob.

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          Es war ein vernichtendes Urteil, das Dominique Voland in einem „Gala“-Interview Anfang Februar über ihren ehemaligen Lebensgefährten Dieter Wedel fällte: „Er ist ein Despot, ein Choleriker, ein Narzisst“, sagte die 40-Jährige, die zwölf Jahre lang mit Wedel liiert war und einen gemeinsamen Sohn mit dem Regisseur hat. Zu den Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs, die mehrere Schauspielerinnen gegen den heute 75-Jährigen erhoben hatten, sagte sie: „Aus eigenem Erleben mit diesem Mann habe ich Grund zur Annahme, dass die beschriebenen Ereignisse der Wahrheit entsprechen. Ich glaube diesen Frauen.“

          Während gegen Wedel seit drei Monaten in München wegen des Verdachts der Vergewaltigung ermittelt wird, beschäftigen sich Ermittler in Berlin jetzt mit Vorwürfen, die gegen Dominique Voland erhoben werden – von Dieter Wedel. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte auf Anfrage einen Bericht der „Bild“-Zeitung, in dem es heißt, dass gegen Voland ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der versuchten Erpressung läuft. „Wir haben eine Anzeige von Herrn Wedel bekommen, einen Anfangsverdacht geprüft und ein Ermittlungsverfahren eingeleitet“, sagte ein Sprecher. Voland werde vorgeworfen, von Wedel 300.000 Euro gefordert zu haben, um keine Details aus der Beziehung öffentlich zu machen.

          Laut dem Bericht der „Bild“-Zeitung soll sie diese Forderung in einem Telefonat mit Wedel und einem seiner Mitarbeiter am 20. Januar erhoben haben. Ihr sei von Medien viel Geld geboten worden, falls sie sich negativ über Wedel äußere, sagte sie demnach, um dann für ihr Schweigen Geld zu fordern. Das Gespräch soll auch Wedels heutige Ehefrau mitgehört haben. Der Regisseur lehnte das Angebot seiner Darstellung zufolge ab. 19 Tage später erschien das Interview in der „Gala“. Voland, die bis vor neun Jahren in einer Beziehung mit Wedel lebte, wird darin mit den Worten zitiert: „Als er mich eines abends mit auf sein Zimmer nahm, um mir seine Suite zu zeigen, setzte mich seine ganze Art so unter Druck, dass ich Angst bekam. Das war nicht der Mann, den ich kennengelernt hatte.“ Voland selbst wollte sich zu den Vorwürfen gegenüber der „Bild“-Zeitung nicht äußern.

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