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Mordfall Susanna : Ali Bashar ist älter als angenommen

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Älter als bisher vermutet: Der mutmaßliche Mörder von Susanna soll 21 Jahre alt sein. Bild: Helmut Fricke / F.A.Z.

Zum Zeitpunkt des ihm zur Last gelegten Mordes an Susanna war Ali Bashar offenbar bereits 21 Jahre alt. Dies hätte erhebliche Folgen für das Gerichtsverfahren gegen ihn.

          Der mutmaßliche Mörder von Susanna F., Ali Bashar, ist nach derzeitigen Erkenntnissen tatsächlich älter als 20 Jahre. Wie die Staatsanwaltschaft Wiesbaden mitteilte, ergibt sich dies aus den Unterlagen, die das irakische Generalkonsulat dem Polizeipräsidium Westhessen übergeben hat. Demnach wurde Ali Bashar im März 1997 geboren. Wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte, liegt diese Information aber noch vorbehaltlich vor, da eine schriftliche Bestätigung des Namens und des Geburtsdatums noch ausstehe. Inzwischen ist auch bekannt, dass der Iraker unter falscher Identität im Herbst 2015 nach Deutschland gekommen ist. So ist „Bashar“ nicht der Nachname, sondern einer der Vornamen des Beschuldigten.

          Weiterhin beschäftigt die Staatsanwaltschaft auch der Fall des elf Jahre alten Mädchens, das im Mai dieses Jahres angegeben hatte, sie sei im März von einem Mann namens „Ali“ sexuell genötigt worden. Wie sich nun herausstellte, stammte das Mädchen nicht aus der Flüchtlingsunterkunft, in der auch Ali Bashar gelegt hatte. Die Staatsanwaltschaft korrigierte gestern die Angaben der Polizei. Stattdessen sei das Mädchen deutscher Herkunft. Nähere Angaben zu der Schülerin machte die Behörde nicht. Auch ist unklar, wie es zunächst zu der von der Polizei getroffenen Aussage kommen konnte, das Mädchen sei vergewaltigt worden. Nun ist die Rede von einer sexuellen Nötigung. Der Täter habe ihr den Rock hochgezogen. Ob es sich bei diesem Täter auch um Ali Bashar handelt, wird derzeit weiter ermittelt.

          Nach gegenwärtigem Stand der Dinge würde der Prozess dann nicht mehr vor einer Jugendkammer geführt werden, sondern nach Erwachsenenstrafrecht. Unklar ist noch, wie er und die übrigen sieben Familienmitglieder am 2. Juni die Flucht vor der Strafverfolgung in Deutschland organisierten konnten. Insbesondere auch, woher die Familie innerhalb kürzester Zeit das Geld für den Flug für acht Personen gehabt hat.

          Unterdessen sieht die Staatsanwaltschaft keine Versäumnisse in der Ermittlungsarbeit der Wiesbadener Polizei. „Wir haben keinerlei Anhaltspunkte, dass sich die Polizei nicht richtig verhalten hat“, sagte Oberstaatsanwältin Christina Gräf am Dienstag in Wiesbaden.

          Die Prüfung der Polizeiarbeit sei am Rande auch Gegenstand der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in dem Fall. Sie könne sich aber nur zu der Arbeit der Polizei Wiesbaden und nicht zu Mainz äußern, sagte Gräf.

          Susanna ist in ihrer Heimatstadt Mainz beigesetzt worden. Die Öffentlichkeit war davon ausgeschlossen. Eine Polizeisprecherin schätzte die Zahl der Trauergäste auf dem Jüdischen Friedhof in Mainz auf rund 100. Etwa 20 Polizisten hätten das Gelände abgesichert, Zwischenfälle habe es nicht gegeben. Zuvor hatte der SWR über die Beisetzung von Susanna berichtet.

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