https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/sprengattacken-auf-geldautomaten-festnahmen-in-mehreren-laendern-18137792.html

Festnahmen in mehreren Ländern : Großer Schlag gegen Sprengerszene gelungen

  • -Aktualisiert am

Allein in NRW gab es im vergangenen Jahr 150 Sprengattacken auf Geldautomaten. (Symbolbild) Bild: dpa

Nach monatelangen deutsch-niederländischen Ermittlungen konnte die Polizei 13 Verdächtige aus der Sprengerszene festnehmen. Sie sollen in Sprengattacken auf Geldautomaten in Deutschland verwickelt sein.

          1 Min.

          Ermittlern aus den Niederlanden und Deutschland ist ein größerer Schlag gegen Geldautomatensprenger gelungen. Über einen längeren Zeitraum seien 13 mutmaß­liche Täter festgenommen worden, teilte die Polizeidirektion Osnabrück mit, die den aufwendigen Einsatz seit Jahresanfang koordiniert. Die jüngste Festnahme habe es am Dienstag im niederländischen Helmond gegeben.

          Reiner Burger
          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Am Mittwoch durchsuchten rund hundert Beamte aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Hessen und den Niederlanden 16 Wohn- und Geschäftsgebäude, dabei wurden gestohlene Kennzeichen, Täterkleidung und Störsender sichergestellt. In den Niederlanden zogen die Behörden ein Auto und ein Motorrad ein. In Nordrhein-Westfalen gab es unter anderem in Recklinghausen eine Razzia, allein dort wurden 35 Handys gefunden.

          Allein in NRW gab es im vergangenen Jahr 150 Sprengattacken auf Geldautomaten. Hinter einer Vielzahl der Taten in Deutschland stecken nach Einschätzung von Ermittlern arbeitsteilig agierende Banden aus den Niederlanden wie die nun aufgeflogene. Nach derzeitigen Erkenntnissen stehen ihre 17 Mitglieder im dringenden Verdacht, in unterschiedlicher Zusammensetzung mindestens zwölf Geldautomaten in mehreren Bundesländern gesprengt und dabei einen Schaden von mehr als vier Millionen Euro verursacht zu haben.

          Der aktuellen Großaktion gingen monatelange verdeckte Ermittlungen voraus, an denen auch das Bundeskriminalamt und Europol beteiligt waren. Als besonders hilfreich bei der Täteridentifizierung erwies sich, dass Polizei und Staatsanwaltschaften Mietwagenfirmen wie etwa ein Unternehmen in Mülheim an der Ruhr in den Fokus nahmen. Dort sollen Mitglieder der Sprengerbande Autos gemietet haben, die als Tatfahrzeuge benutzt wurden.

          Ein erster großer Schlag war den konzertiert agierenden deutsch-niederländischen Ermittlern im Herbst gelungen, als nicht nur 24 Mitglieder der niederländischen Sprengerszene festgenommen werden konnten, sondern es auch gelang, deren Organisations- und Logistikstruktur teilweise zu durchleuchten. Unter anderem wurde damals in Utrecht eine Art Test- und Ausbildungszentrum für Geldautomatensprengungen mit aus Deutschland beschafften Geräten entdeckt.

          Topmeldungen

          Reservisten mit Ausbilder auf dem Truppenübungsplatz Hammelburg in Bayern

          Bundeswehr-Reservisten : Zwischen Schreibtisch und Schützengraben

          Auch Unternehmer und Manager stehen als Reservesoldaten für den Ernstfall bereit. Was treibt sie an – und wie lässt sich das Militärische mit dem Job vereinbaren? Die F.A.Z. hat sich bei Reservisten aus der Wirtschaft umgehört.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.