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Spanien : Eta-Anschlag in Santander

  • Aktualisiert am

Explosion vor dem Flughafeneingang in Santander Bild: EFE

Die baskische Untergrundorganisation Eta hat am Sonntag den vierten Bombenanschlag innerhalb einer Woche verübt. Bei der Detonation einer Autobombe am Flughafen der nordspanischen Hafenstadt Santander wurde niemand verletzt.

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          Nach einer telefonischen Warnung der baskischen Untergrundorganisation Eta ist auf einem Parkplatz des Flughafens von Santander am Sonntag eine Autobombe explodiert. Verletzt wurde niemand, wie der spanische Innenminister Angel Acebes erklärte. Zwölf geparkte Autos wurden zerstört, die Fassade des Terminals wurde beschädigt.

          „Wieder hat die Eta versucht, Terror zu verbreiten“, sagte Acebes am Tatort in der nordspanischen Stadt. Der Parkplatz liegt nur 20 Meter vom Eingang des Terminals entfernt. Nach Polizeiangaben ging eine Stunde vor der Detonation eine Warnung im Namen der Separatistenorganisation Etabei der baskischen Zeitung „Gara“ ein. Ein Anrufer erklärte nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Efe, in einem roten Renault lagere Sprengstoff, der jederzeit hochgehen könne. Die Polizei riegelte das Gebiet ab und räumte den Flughafen vor der Explosion. Ankommende Flüge wurden nach Bilbao umgeleitet, Abflüge abgesagt.

          Eine Woche der Anschläge

          Erst Anfang der Woche waren in zwei Hotels an der Costa Blanca Bomben explodiert, 13 Menschen wurden verletzt. Am Freitag wurde bei zwei Sprengstoffanschlägen in Nordspanien ein Mensch verletzt.

          Die Eta kämpft seit mehr als 30 Jahren für ein unabhängiges Baskenland in Nordspanien und dem Südwesten Frankreichs. Ihr werden mehr als 800 Morde zur Last gelegt. Immer wieder werden auch Urlaubsorte zum Ziel des Terrors, weil die Eta auf diese Weise der spanischen Tourismusindustrie schaden will. Auch die Hafenstadt Santander ist im Sommer ein beliebtes Touristenziel.

          Hohe Haftstrafen für Eta-Mitglieder

          Am Freitag verhängte ein spanisches Gericht gegen zwei ranghohe Eta-Mitglieder Haftstrafen von insgesamt 790 Jahren. Sie wurden der Beteiligung am bislang schwersten Sprengstoffanschlag in Spanien für schuldig befunden. Bei der Explosion einer Autobombe vor einem Supermarkt in Barcelona wurden im Juni 1987 insgesamt 21 Menschen getötet und 45 verletzt. Zwei weitere Tatbeteiligte wurden bereits 1989 zu ähnlich hohen Haftstrafen verurteilt. Nach spanischer Rechtspraxis bedeutet dies, daß sie bis zu 30 Jahre im Gefängnis verbringen müssen.

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