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Krypto-Dienst gehackt : „Ein schwerer Schlag gegen die organisierte Kriminalität weltweit“

Wirbt mit Sicherheit: Sky ECC Bild: skyecc.store

Der Krypto-Dienst Sky ECC galt als besonders sicher und war deshalb bei Kriminellen beliebt. Doch Europol-Ermittlern gelang es, die Server zu hacken. Die darüber versendeten Nachrichten erschreckten selbst hartgesottene Beamte.

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          „Sky ECC, nichts ist sicherer“ – so warb das Telekommunikationsunternehmen auch am Mittwoch noch in seinem Webshop. Die App werde „nur auf Geräten installiert, die nicht gehackt werden können“, dank „unseres privaten globalen Servernetzwerks“ funktioniere sie überall. Kein Wort dazu, dass diese Server am Dienstag aus dem Verkehr gezogen worden sind. Auf der englischsprachigen Seite fand sich immerhin ein Link zu einer Mitteilung des Unternehmens: Alle Behauptungen, dass belgische oder niederländische Ermittler das verschlüsselte Netzwerk gehackt hätten, seien „falsch“. Man sei keineswegs „die bevorzugte Plattform von Kriminellen“, verfolge vielmehr eine strikte „Nulltoleranzpolitik“, die jegliche kriminelle Aktivität verbiete.

          Thomas Gutschker
          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          Darüber konnten belgische Ermittler nur schmunzeln, nachdem sie am Dienstagabend die Bilanz des größten Polizeieinsatzes ihrer Geschichte verkündet hatten: 202 Orte wurden seit dem frühen Morgen durchsucht. Sie nahmen 48 Personen fest, beschlagnahmten 1,2 Millionen Euro in bar, außerdem Schmuck, Diamanten, Luxusautos und illegale Waffen. Schon in den Wochen davor hatte die Polizei insgesamt 17 Tonnen Kokain sichergestellt. An dieser Stelle sah Generalstaatsanwalt Frédéric Van Leeuw während der Pressekonferenz kurz von seinem Manuskript auf – da stand noch „14 Tonnen“. „Die Dinge entwickeln sich schnell“, sagte er.

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