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Nach Amoktat in München : Darf man noch mit Rucksack auf die Wiesn?

Sind Rucksäcke bald gänzlich auf den Wiesn verboten? Bild: dpa

Nach dem Amoklauf arbeitet die Stadt München an einem neuen Sicherheitskonzept für das Oktoberfest. Doch wie soll man eine solche Massenveranstaltung wirksam absichern?

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          Schon unmittelbar nach der verheerenden Amoktat am vergangenen Freitag ist das Thema „Sicherheit auf öffentlichen Veranstaltungen“ in München in den Vordergrund gerückt. So wurde am Samstag, auf der zweiten Pressekonferenz nach dem Anschlag, Polizeipräsident Hubertus Andrä auch nach den Konsequenzen der Morde für das Sicherheitskonzept des Oktoberfests gefragt. Es sei noch zu früh, sagte der Polizeipräsident, um von einem „Änderungsbedarf“ zu sprechen.

          Karin Truscheit
          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Inzwischen gibt es konkrete Vorschläge für eine Verbesserung der seit langem bestehenden Sicherheitsvorkehrungen. Das Oktoberfest, zu dem jedes Jahr Millionen Menschen aus der ganzen Welt nach München kommen, beginnt am 17. September und geht bis zum 3. Oktober. Es gebe beim Thema Sicherheit „keine Denkverbote“, sagte Wiesn-Chef und Bürgermeister Josef Schmid (CSU) am Donnerstag. Die Sicherheit der Wiesn-Besucher habe „oberste Priorität“.

          Keine neuen Fahrgeschäfte

          Überlegt wird unter anderem, ob Rucksäcke verboten werden sollen. Zudem könnten mobile Zäune errichtet werden, um den Zugang zu kontrollieren. Auch das Sicherheitskonzept in der U-Bahn wird überdacht, wie Schmid dem „Münchner Merkur“ sagte. „Wir müssen jetzt alles auf den Prüfstand stellen.“ Gerade in den U-Bahnen und auf den Bahnsteigen der Linien, die zur Theresienwiese fahren, sind während der Wiesn Tausende Menschen unterwegs, immer dicht an dicht gedrängt. Eine hundertprozentige Sicherheit werde es aber nicht geben, sagte Schmid.

          Viele Münchner überlegen ernsthaft, ob sie dieses Jahr überhaupt zum Oktoberfest gehen sollen. Stornierungen besorgter Besucher gibt es bisher jedoch nicht, wie die Sprecher der Wiesnwirte sagten. Schmid sprach sich dafür aus, sich nicht einschüchtern zu lassen. Man solle sich nicht zurückziehen oder aufhören zu feiern. Dann hätten die Terroristen ihr Ziel erreicht.

          Der Ältestenrat des Stadtrats hat sich in einer von Oberbürgermeister Dieter Reiter einberufenen Sondersitzung zuvor darauf festgelegt, dass das Sicherheitskonzept für die Wiesn vom Veranstalter überprüft wird. Dabei solle man sich eng mit den Sicherheitsbehörden und der Polizei abstimmen. Das Ergebnis wird demnach dann ohne weitere Stadtratsbefassung in die Tat umgesetzt. In diesem Jahr findet in der ersten Wiesn-Woche im Südteil des Festgeländes das „Zentral-Landwirtschaftsfest“ statt, bei dem sich Bauern samt Vieh und landwirtschaftlichen Geräten präsentieren. Das Oktoberfest ist deshalb etwas kleiner als sonst. Auch gibt es offenbar keine neuen Fahrgeschäfte.

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