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Sicherheitsbericht  : Graffiti-Sprayer nutzten Bahnstreik aus

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Weniger solche Abteile: Auf deutschen Bahnhöfen und in den Zügen sind Gewaltdelikte und Vandalismus im vergangenen Jahr zurückgegangen. Bild: dpa

Im Kampf gegen Gewalt kann die Bahn Erfolge verbuchen. Die Zahl der Übergriffe auf ihre Mitarbeiter stieg zuletzt allerdings. Und auch die Zahl der Graffiti stieg sprunghaft an.

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          Weniger körperliche Angriffe, weniger beschädigte Sitze, weniger zerkratzte Scheiben: Auf deutschen Bahnhöfen und in den Zügen sind Gewaltdelikte und Vandalismus im vergangenen Jahr zurückgegangen. So wurden 13.650 Fälle von Körperverletzung gezählt, das waren sieben Prozent weniger als im Jahr zuvor, heißt es im Sicherheitsbericht 2014 der Deutschen Bahn, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Eine Art von Vandalismus bekam die Bahn aber nicht in den Griff: Graffiti-Sprayer schlugen häufiger zu.

          Insgesamt zahlten sich verbesserte Sicherheitskonzepte mit mehr Präsenz von Personal und mehr Videoüberwachung aus, sagte Bahn-Sicherheitschef Gerd Neubeck in Berlin. An mehr als 100 Bahnhöfen werde die Videotechnik noch ausgebaut, kündigte er an.

          Bei der Bahn gebe es weniger Kriminalität als im sonstigen öffentlichen Raum. Neubeck rechnete vor, dass im Bereich der Bahn 2014 im Durchschnitt 37 Fälle von Körperverletzung registriert worden seien. In Niedersachsen, das etwa so viele Einwohner habe wie die Bahn täglich Kunden befördere, seien es 145 Fälle gewesen.

          Mehr Übergriffe auf Bahn-Mitarbeiter

          Die Zahl der registrierten tätlichen Übergriffe auf Bahn-Mitarbeiter stieg jedoch im vorigen Jahr um 300 auf 1500, wie der Konzern bereits im Februar mitgeteilt hatte. Das liege zum Teil am konsequenteren Vorgehen der Sicherheitskräfte und die Reaktionen darauf. Außerdem wurden die Eisenbahner aufgefordert, jeden Fall zu melden.

          Beim Vandalismus sank die Fallzahl um sieben Prozent auf 11.050. Der Sachschaden verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent auf 27 Millionen Euro. Ganz anders sah es bei den Farbsprayern aus, die es vor allem auf Züge abgesehen haben. Die Zahl ihrer Taten erhöhte sich um 25 Prozent auf 19.350. Den Schaden bezifferte die Bahn auf 8,1 Millionen Euro.

          Schon in den Vorjahren hatte die Bahn die Sprayer nicht zurückdrängen können. Für den steilen Anstieg im vorigen Jahr gibt es eine Erklärung: An den Tagen des Lokführerstreiks im Herbst standen viele Züge unbewacht auf Abstellgleisen und wurden so zum leichten Ziel.

          Im Kampf gegen den Diebstahl von Kupferkabeln und anderen Metallen war die Bahn erfolgreicher. Die Zahl solcher Diebstähle ging um 15 Prozent auf 1500 zurück. Der positive Trend der Vorjahre setzte sich damit fort.

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