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Sex and Crime : Spurensuche an Hollywoods Tatorten

  • -Aktualisiert am
In diesem Haus soll die „Black Dahlia“ umgebracht worden sein.
In diesem Haus soll die „Black Dahlia“ umgebracht worden sein. : Bild: Christiane Heil

Als Belushi am 5. März 1982 nicht wie verabredet zu einem Workout erschien, machte sich sein Trainer Bill Wallace auf die Suche. In einem Bungalow des Chateau Marmont fand er Belushis Leichnam. Dass der Comedian in Bungalow Nummer 3 und nicht – wie oft behauptet – in Bungalow Nummer 2 starb, glaubt Donnelly zu wissen: „Es muss die Nummer 3 gewesen sein, da Johns Körper durch eine Garage an einer Seitenstraße neben dem Hotel abgeholt wurde. Der Bungalow Nummer 3 ist aber der einzige, der direkt mit einer Garage verbunden ist.“ In einem Interview mit dem Klatschblatt „The National Enquirer“ gab die kanadische Backup-Sängerin und Gelegenheitsdealerin Catherine Smith später zu, Belushi in den Stunden vor seinem Tod elf „Speedballs“, eine Mischung aus Kokain und Heroin, injiziert zu haben.

Eine kleine Metallplatte an einer Mauer am Sunset Boulevard in Höhe des Hotels erinnert an Helmut Newton, einen weiteren Toten des Chateau Marmont. Der Fotograf, der mit Aktaufnahmen provozierte und mit Modebildern weltbekannt wurde, starb am 23. Januar 2004, als er in seinem Cadillac den Hotelparkplatz verließ. Der Dreiundachtzigjährige verlor die Kontrolle über den Wagen und prallte auf der Südseite des Sunset Boulevard gegen eine Mauer. Freunde spekulierten später über einen Herzinfarkt. Der gebürtige Berliner, der jedes Jahr die Wintermonate in Los Angeles verbrachte, galt bis zu seinem Tod als einer der prominentesten Stammgäste des Hotels.

Der spektakuläre Fall „Black Dahlia“

Von West Hollywood geht es in den Stadtteil Los Feliz des benachbarten Los Angeles. An der Franklin Avenue hält Donnelly vor dem palmengesäumten John Sowden House, das von Lloyd Wright entworfen wurde. Der düstere Bau im Chenes-Stil der Maya beschäftigt seit Jahrzehnten die Phantasie der Los Angelenos. Wie auch der Mord an Elizabeth Short, genannt Schwarze Dahlie („Black Dahlia“). Der Leichnam der 22 Jahre alten Kellnerin wurde im Januar 1947 im Viertel Leimert Park gefunden. „Der Torso war in der Mitte durchtrennt, ein fürchterlicher Anblick“, sagt Donnelly. Grobkörnige Schwarzweißbilder, die der Sechzigjährige herumreicht, zeigen ausgeblutete Leichenteile.

Rebecca Schaeffer und ihr Stalker
Rebecca Schaeffer und ihr Stalker : Bild: Christiane Heil

In den Monaten nach dem Fund von Shorts sterblichen Überresten suchten Hunderte Beamte des Los Angeles Police Department nach ihrem Mörder. Zu den Verdächtigen zählten der Nachtklub-Betreiber Mark Hansen, sein Freund, der Arzt Patrick O'Reilly, und der Mediziner George Hill Hodel, der damals im Sowden House wohnte. Als Hodels 14 Jahre alte Tochter Tamar ihren Vater zwei Jahre nach dem Mord beschuldigte, sie wiederholt sexuell missbraucht zu haben, nahm das LAPD abermals Ermittlungen im Fall „Black Dahlia“ gegen ihn auf. Wie Mitschnitte von Telefongesprächen zeigten, tauschte Hodel sich immer wieder mit Freunden über Short aus. Für eine Anklage reichte es damals aber nicht.

Im Jahr 2003 veröffentlichte Hodels Sohn Steve, ein pensionierter Beamter der Mordkommission, schließlich ein Buch über die „Black Dahlia“. Sein inzwischen verstorbener Vater, schrieb Hodel Jr. nach Recherchen in Polizeiakten und dem Fund verdächtiger Fotos im Nachlass des Arztes, habe Short ermordet. Als möglichen Tatort nannte er den Keller des Sowden House an der Franklin Avenue. „Für viele ist der Fall damit geklärt“, sagt Donnelly. „Offiziell bleibt die Schwarze Dahlie aber eines der spektakulärsten ungeklärten Verbrechen in Los Angeles.“

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