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Sex and Crime : Spurensuche an Hollywoods Tatorten

  • -Aktualisiert am
Barney’s Beanery: Hier aß Janis Joplin zum letzten Mal zu Abend.

Vom exklusivsten Friedhof in Los Angeles zu einer der besten Adressen sind es nur ein paar Minuten. Vor einem schwarzen Metalltor am North Carolwood Drive, hinter dem Michael Jackson seine letzten Monate verbrachte, liegen auch sieben Jahre nach seinem Tod Blumen und Stofftiere. „Jacko mietete die Villa. Er konnte zwar 100.000 Dollar im Monat zahlen, hatte aber nicht genug Geld für ein eigenes Anwesen. Wir nennen das eine Beverly-Hills-Pleite“, sagt Donnelly trocken. Da der King of Pop ein Anhänger der Numerologie gewesen sei, habe er sich seinen Tod zumindest ausrechnen können: „Die Schmerzmittel haben ihn umgebracht. Es war ein schleichender, spiralförmiger Tod.“

Gedenken an River Phoenix im „Viper Room“

River Phoenix wurde dagegen aus dem Leben gerissen. Als das Teenie-Idol am frühen Morgen des 31. Oktober 1993 ein paar Kilometer entfernt in Johnny Depps Club „The Viper Room“ feierte, klagte er plötzlich über Unwohlsein. Vor einem Spirituosengeschäft am Sunset Boulevard in West Hollywood brach der Dreiundzwanzigjährige einige Minuten später unter Krämpfen zusammen. Die Telefonzelle, von der sein Bruder Joaquin Phoenix damals den Notarzt rief, gehört mehr als 20 Jahre nach dem Tod des Schauspielers weiter zu den am häufigsten besuchten Gedenkstätten der Stadt.

„Wir fanden eine hohe Konzentration von Morphin und Kokain in seinem Blut, dazu noch andere Substanzen in niedrigerer Konzentration“, teilte die Gerichtsmedizin damals mit. Im Gedenken an den Schauspieler („My Private Idaho“) blieb der „Viper Room“ in den kommenden Jahren am 31. Oktober geschlossen, bis Johnny Depp den Club verkaufte.

Keine Ruhe in Zimmer 105

Vorbei an „Barney's Beanery“, wo die „Queen of Psychedelic Soul“, Janis Joplin, zum letzten Mal zu Abend aß, lenkt Donnelly den Bus an das Hotel Highland Gardens. Der zweistöckige Betonbau an der Franklin Avenue zählt zu Hollywoods dunkelsten Orten, seit Joplin vor 46 Jahren in Zimmer 105 den letzten Atemzug tat. „Auf dem Weg von ,Barney's Beanery‘ zum Hotel Landmark Motor, wie es damals hieß, kaufte Janis in einem kleinen Park bei einem unbekannten Dealer Heroin“, erzählt Donnelly. „Das Zeug war ungeschnitten und hochkonzentriert. Es kostete sie das Leben.“

Blick auf das Chateau Marmont Hotel im Westen Hollywoods

Als die Siebenundzwanzigjährige am Morgen des 4. Oktober 1970 nicht im Studio erschien, wo sie das Album „Pearl“ aufnahm, fuhr ein Bekannter an die Franklin Avenue. Der Leichnam der Sängerin („Mercedes Benz“) lag neben dem Bett, ihr Porsche mit den berühmten psychedelischen Quallen- und Schmetterlingsmalereien stand nur wenige Meter entfernt auf dem Hotelparkplatz. „Wer heute in Zimmer 105 absteigt, findet keine Ruhe. Es stehen immer wieder Fans vor der Tür, die sehen wollen, wo Janis starb“, erinnert sich Donnelly an eine Nacht im Highland Gardens Hotel.

Die Toten des Chateau Marmont

Zu den Orten, an denen Hollywoods Tote zelebriert werden, zählt auch das Chateau Marmont. Das Hotel oberhalb des Sunset Boulevard, vor fast 90 Jahren im Stil eines französischen Schlosses gebaut, ist bei Prominenten beliebt, wegen seiner privaten Bungalows und der gut bestückten Bar. Im Frühjahr 1982 zog das Marmont auch den Comedian John Belushi („Blues Brothers“) an. Nach einigen Jahren im Ensemble der New Yorker Comedyserie „Saturday Night Live“ versuchte sich der Dreiunddreißigjährige damals als Schauspieler an der Westküste.

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