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Nach 28 Jahren : Serienmörder in China nach langer Zeit gefasst

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Bei der Verhaftung des Familienvaters war man überrascht: In seinem Heimatort galt er als erfolgreicher Mann. Bild: dpa

Der in der Presse als „Gansu-Ripper“ bekannte Serienmörder soll insgesamt elf Frauen und Mädchen vergewaltigt und ermordet haben. Jetzt - 28 Jahre nach dem ersten Mord - konnte er gefasst werden.

          Jahrzehnte lebte er unbehelligt in der Kleinstadt Baiyin in der chinesischen Provinz Gansu, in der er seine Taten begangen hatte. Erst jetzt, 28 Jahre nach seinem ersten Mord, wurde Gao Chengyong in seinem Lebensmittelladen neben einer Schule gefasst.

          Er habe gestanden, elf Frauen und Mädchen in der Zeit von 1988 bis 2002 vergewaltigt und getötet zu haben, berichtete die Polizei. Sein jüngstes Opfer war acht Jahre alt. Die Leichen einiger seiner Opfer zerstückelte er.

          Der von der chinesischen Presse als „Gansu-Ripper“ bezeichnete 52 Jahre alte Mann ist verheiratet und Vater von zwei Söhnen. Er stammte aus einem Dorf, verdingte sich als Wanderarbeiter und betrieb über Jahre einen kleinen Laden im Ort Baiyin, wo er neun Morde beging; zwei Frauen tötete er in der benachbarten Inneren Mongolei.

          Mörder galt als erfolgreicher Mann

          Seine Dorfnachbarn zeigten sich gegenüber Journalisten erstaunt über die Festnahme, galt Gao Chengyong doch als erfolgreich – seine beiden Söhne hatten es auf eine Hochschule geschafft und gute Arbeitsstellen bekommen.

          Der Mörder folgte Frauen, von denen er wusste, dass sie allein lebten und rote Kleidungsstücke trugen. Sein erstes Opfer wurde mit 26 Wunden gefunden. Die Mordserie verbreitete Panik in Baiyin. Frauen gingen nach Angaben von „Beijing News“ jahrelang nicht mehr allein vor die Tür. Den letzten Mord beging er 2002 in der Nähe des örtlichen Polizeigebäudes.

          Die Nachforschungen der Polizei hatten über Jahre zu keinem Ergebnis geführt. Erst 2001 schaltete sich das Polizeiministerium ein und ordnete – zwölf Jahre nach der ersten Tat – an, Fingerabdrücke zu sammeln und die DNA aus Spuren des Täters zu extrahieren.

          Zufällige Hinweise führten die Polizei zum Täter

          Alle männlichen Einwohner von Baiyin mussten einen DNA-Test machen, doch auch das führte zu keinem Ergebnis. Der Täter sei durch das Netz der Polizei geschlüpft, heißt es in chinesischen Berichten. Offenbar lebte der Mann eine Zeitlang in der Provinzhauptstadt Lanzhou und war dort auch angemeldet.

          Erst durch einen zufälligen Hinweis zu Beginn dieses Jahres wurde die Polizei auf Gao Chengyong aufmerksam. Laut „Beijing News“ begann die Polizei zu ermitteln, als sein Onkel wegen eines Vergehens festgenommen und seine DNA getestet wurde. Daraus wurde geschlossen, dass ein Verwandter des Festgenommenen der Frauenmörder sein müsse.

          Laut Polizei handelte Gao Chengyong aus sexueller Perversion und einem Hass auf Frauen. In Chinas zensierten Medien, in denen Kritik an der Regierung und vor allem an der mächtigen Polizei nur selten gewagt wird, wurde in den Berichten über die Festnahme die Frage nach einem Versagen der Polizei nicht gestellt. Nur indirekt wurde darauf hingewiesen, dass es doch erstaunlich sei, wie lange es dauerte, bis der Täter gefasst wurde.

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