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Schlimmster Serienmörder : Amerikaner Samuel Little gesteht 90 Morde

  • -Aktualisiert am

Stadt der Serienkiller: Die Fotos zeigen Opfer verschiedener Massenmörder in Los Angeles. Bild: AFP

Er war wegen Dreifachmords angeklagt – inzwischen hat Samuel Little 90 Morde gestanden. Little könnte einer der schlimmsten Serienmörder der amerikanischen Geschichte sein. Sein Motiv wollen die Ermittler nun herausfinden.

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          Die blauen Fähnchen, Zeichen für die Frauenmorde des Serientäters Samuel Little, ziehen sich auf der Landkarte der amerikanischen Bundespolizei (FBI) inzwischen von Miami bis nach Los Angeles. Florida, Georgia, Mississippi, Illinois, Missouri, Ohio, New Mexico, Nevada, Kalifornien: Wie der Achtundsiebzigjährige zugab, trieb ihn die Suche nach Opfern fast 35 Jahre lang von Bundesstaat zu Bundesstaat. Auf dem Weg durch Amerika ermordete er angeblich 90 Frauen, viele von ihnen afroamerikanische Prostituierte. „Er könnte einer der aktivsten Serientäter in der Geschichte der Vereinigten Staaten sein“, teilte das FBI jetzt bei der Vorstellung erster Ermittlungsergebnisse mit.

          Als der wegen dreifachen Mordes verurteilte Little die unentdeckte Verbrechensserie im Mai zugab, um im Gegenzug aus Kalifornien in ein texanisches Gefängnis verlegt zu werden, begann die Ermittlerin Christina Palazzolo, die Geständnisse mit ungeklärten Mordfällen und Daten von Bestattungsunternehmen abzugleichen. Gemeinsam mit Angela Williamson, einer Kriminalistin des Justizministeriums in Washington, und Beamten der Texas Rangers trug sie für das Violent Criminal Apprehension Program (Vicap) monatelang Informationen über Littles Aufenthaltsorte sowie sexuelle Übergriffe und Morde zusammen.

          Schon bei dem ersten Treffen im Frühjahr hatte Little die Ermittlerin überrascht. „Er nannte einzelne Bundesstaaten und Städte und zählte auf, wie viele Menschen er an den jeweiligen Orten umgebracht hatte. In Jackson, Mississippi, einen. In Cincinnati, Ohio, einen. In Phoenix, Arizona, drei. Am Ende waren es 90“, schreibt Palazzolo auf der Website des FBI. Immer wieder wartete der Achtundsiebzigjährige mit Details auf. Als er den Ermittlern von dem Mord an einer Achtundzwanzigjährigen in Miami im Jahr 1971 erzählte, erinnerte er sich an ihren Arbeitsplatz auf dem Luftwaffenstützpunkt im benachbarten Homestead. Über Sarah, die Little im Jahr 1973 angeblich in Kendall südlich von Miami tötete, berichtete er, dass sie aus Massachusetts stammte. Den 90 Geständnissen des Serienmörders konnten Palazzolo und ihre Kollegen inzwischen 34 bislang ungeklärte Fälle zuordnen.

          Die Crack-Epidemie in LA machte tausende Frauen zu Prostituierten

          Wie andere Serientäter, der „Golden State Killer“ Joseph DeAngelo, der „Night Stalker“ Richard Ramirez und der als „Grausamer Schläfer“ bekannte Lonnie Franklin, kam Little auch immer wieder nach Los Angeles. Allein für 1987 zeigen die blauen Fähnchen auf Palazzolos Karte in der Pazifikstadt sechs „Unmatched Confessions“, die noch keinem offenen Mordfall zugeordnet werden konnten. Während der Crack-Epidemie der Achtziger und frühen Neunziger bot die Innenstadt von Los Angeles den perfekten Jagdgrund. An jeder Straßenecke wurde Crack angeboten. Tausende Frauen prostituierten sich, um den Stoff zu kaufen. Little gab an, bis zum Jahr 1996 in Los Angeles 15 Frauen, meist schwarze Sexarbeiterinnen, ermordet zu haben – die Jüngste war 19 Jahre alt, die Älteste, genannt „Granny“, 50. Viele wurden nie vermisst gemeldet. Da der frühere Boxer die meisten Opfer erschlug oder erwürgte und ihre Leichen keine Schussverletzungen oder Stichwunden aufwiesen, erkannte die Polizei viele nicht als Mordopfer. Um einige unbekannte Tote doch noch zu identifizieren, soll Little jetzt die Gesichter seiner Opfer zeichnen.

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