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Blutbad auf Hochzeit : Mann erschlägt Amokläufer in Serbien

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Aus Wut über die Hochzeit seines Sohnes tötete ein Mann in Serbien sechs Menschen. Anschließend beging er offenbar nicht Selbstmord, wie es zunächst hieß. Ein Gast soll ihn gestoppt haben.

          Über die Tat eines Amokläufers in Serbien, der aus Wut über die Hochzeit seines Sohnes sechs Menschen erschoss, werden immer mehr Einzelheiten bekannt. Eine Frau sei lebensgefährlich verletzt worden, berichteten Medien übereinstimmend am Montag in Belgrad. Der Mann dieser angeschossenen Frau erschlug den Angaben zufolge den Amokläufer und rief die Polizei. Zunächst war von einem Suizid des 55 Jahre alten Täters die Rede gewesen. Die Behörden hielten sich mit Angaben zu dem Fall zurück. Das Verbrechen geschah am Sonntag.

          Der Serbe sei mit der Hochzeit seines Sohnes nicht einverstanden gewesen, hatte die Polizei als Motiv genannt. In der Nacht zum Sonntag sei er nach der Hochzeitsfeier gegen seine geschiedene Frau gewalttätig geworden und von der Polizei festgenommen worden. Nach seiner Freilassung am Sonntagmorgen holte er nach diesen Informationen seine Jagdwaffe von zu Hause und erschoss die früheren Schwiegereltern. Dann fuhr er in ein zweites Dorf und ermordete seine 25 Jahre alte Schwiegertochter, seine frühere Frau und deren Eltern. Seinen Sohn, den Bräutigam, verschonte er.

          Die Hochzeit war am Samstag mit etwa 200 Gästen gefeiert worden, berichteten Nachbarn. Für Sonntag war der zweite Festtag geplant. „Familien-Massaker“ und „Blutige Hochzeit“, titelten die Zeitungen am Montag. „Ihm hat die Schwiegertochter nicht gefallen und er hat zwei Familien ausgelöscht“, schrieb das Boulevardblatt „Nase novine“.

          Psychologen versuchten, das Verhältnis der Gesellschaft zur Gewalt zu erklären. „Unsere Gesellschaft ist tief gestört“, sagte der Experte Aleksandar Dimitrijevic dem TV-Sender B92. Fachleute verwiesen auch auf häufig noch traditionelle patriarchalische Verhaltensmuster. So habe der Täter anscheinend nicht verkraftet, dass sein Sohn bei der Wahl seiner Ehepartnerin nicht auf ihn gehört habe.

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