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A3 für Fotos blockiert : SEK-Einsatz und Durchsuchungen nach „Hochzeits-Blockade“

  • -Aktualisiert am

In NRW erstellt die Polizei erstmals ein Lagebild zu Hochzeitsgesellschaften. (Archivfoto) Bild: dpa

Am Freitagmorgen hat die Ermittlungskommission „Donut“ im Raum Wesel mehrere Objekte durchsucht und Beweismaterial gesichert. Die Hochzeitsgesellschaft hatte im März die A3 blockiert, um dort Fotoaufnahmen zu machen.

          Nach der Autoblockade der A3 bei Ratingen durch eine mutmaßliche Hochzeitsgesellschaft hat die Polizei am Freitagmorgen sieben Wohnungen im Raum Wesel am Niederrhein durchsucht. An dem von der „Ermittlungskommission Donut“ der Polizei Düsseldorf initiierten Einsatz waren auch Spezialeinheiten und Beamte der Bereitschaftspolizei beteiligt. Wie die Polizei mitteilte, fanden die Beamten bei verschiedenen Tatverdächtigen umfangreiches Beweismaterial. Unter anderem stellten sie diverse Speichermedien, Mobiltelefone und Computer sicher.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Die Fahrer mehrerer Luxus-Limousinen hatten Ende März zunächst den Verkehr auf der stark befahrenen Autobahn 3 in Fahrtrichtung Köln zum Stehen gebracht. Sodann ließ ein weiterer Fahrer seinen Sportwagen mit qualmenden Reifen über die Fahrbahnen driften. Von der Szene fertigten Teilnehmer der mutmaßlichen Hochzeitsgesellschaft mit ihren Mobiltelefonen Bildaufnahmen. Der Name der Ermittlungskommission bezieht sich auf die kreisrunden Reifenspuren, die der Sportwagen bei dem Vorfall auf der A3 zog. In Raser- und Car-Poser-Kreisen heißen die Manöver nach dem runden, mit einem Loch in der Mitte versehenen Gebäck „Donut“.

          Wie das Polizeipräsidium Düsseldorf am Freitagmorgen mitteilte, ist die „EK Donut" derzeit noch damit beschäftigt, die umfangreichen Beweismittel auszuwerten. „Hochzeiten sind Situationen im Leben, die gefeiert werden sollen“, sagte Polizeipräsident Norbert Wesseler. „Wer meint, Autobahnen zu blockieren und dadurch andere in Lebensgefahr zu bringen, muss damit rechnen, dass wir als Polizei konsequent gegen ihn vorgehen werden. Wir werden mit allen rechtsstaatlichen Mitteln daran arbeiten, die Verantwortlichen buchstäblich aus dem Verkehr zu ziehen."

          Ein internes Lagebild der Polizei in NRW listet nach Angaben des nordrhein-westfälischen Innenministeriums für die Zeit zwischen dem 1. April und Mitte Mai 122 Einsatzanlässe wegen ausufernder Hochzeitskorsos auf. Die Beamten mussten unzählige Anzeigen wegen gefährlicher Eingriffe in den Straßenverkehr schreiben, sie stellten Schreckschusspistolen sicher, erteilten Verwarnungen sowie Platzverweise, zogen Führerscheine ein und legten Fahrzeuge still. Schon Mitte April hatte Innenminister Herbert Reul (CDU) ein konsequentes Einschreiten angekündigt. „Autobahnen und Innenstädte sind keine privaten Festsäle“, so Reul. „Jeder hat sich an die geltenden Regeln zu halten, sonst setzt die Polizei der Feier sehr schnell ein ernüchterndes Ende. Wenn Hochzeitsgesellschaften sich und andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr bringen, werden die Toleranzgrenzen unserer Gesellschaft klar überschritten.“

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