https://www.faz.net/-gum-8ibwq

Russische Hooligans in Köln : Sind es die Schläger von Marseille?

  • Aktualisiert am

Russische Hooligans beim EM-Spiel Russland gegen England am 11. Juni in Marseille Bild: AP

Die Staatsanwaltschaft will Haftbefehle gegen sechs russische Hooligans beantragen, die in Köln festgenommen wurden. Fraglich ist, ob die Männer an den schweren Ausschreitungen am Samstag in Marseille beteiligt waren.

          1 Min.

          Nach dem brutalen Angriff russischer Hooligans auf spanische Touristen in Köln will die Staatsanwaltschaft gegen fünf Verdächtige Haftbefehl wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung beantragen. Gegen den sechsten - der später auf dem Flughafen Köln/Bonn gefasst worden war - werde noch ermittelt, sagte am Freitag ein Polizeisprecher. Am Flughafen saß der 30-Jährige saß am Gate für die Weiterreise nach Ibiza, wie die Polizei mitteilte. Die Bundespolizisten nahmen den Verdächtigen im Abflugbereich fest und ließen sein Fluggepäck wieder ausladen.

          Beamte der Bundespolizei hatten den Russen demnach am Flughafen aufgrund der Beschreibung des Manns erkannt, die von der Polizei Köln herausgegeben worden war. Der Festgenommene soll mit fünf weiteren russische Hooligans am Donnerstagabend auf der Rückreise aus Marseille am Kölner Dom zwei spanische Touristen und deren Begleiterin angegriffen haben. Dabei gingen die Gewalttäter laut Polizei „äußerst aggressiv und brutal“ vor.

          Fünf Männer im Alter zwischen 26 bis 30 Jahren hatte die Polizei bereits unmittelbar nach der Tat festgenommen. Laut Polizei hatte das spanische Trio auf der Kölner Domplatte Aufkleber verteilt, wodurch sich die Hooligans offenbar provoziert fühlten.

          Wie die Polizei weiter mitteilte, waren die Russen am 10. Juni mit dem Flugzeug von Moskau nach Marseille gereist und am Donnerstag zur Mittagszeit mit dem Zug von Brüssel nach Köln gefahren. Bei den alkoholisierten Männern fand die Kölner Polizei Tickets für die beiden Europameisterschaftsspiele der russischen Elf gegen England und die Slowakei.

          Vermummung, Zahnschutz, Handschuhe

          Außerdem führten die Gewalttäter Gegenstände zur Vermummung, zum Schutz der Zähne sowie mit Quarzsand gefüllte Handschuhe mit. Die nach dem Zwischenfall eingesetzte Ermittlungsgruppe der Polizei wollte noch am Freitag Kontakt mit den französischen Behörden aufnehmen. Dabei sollte geklärt werden, ob die Festgenommenen an Auseinandersetzungen bei der Fußball-EM in Frankreich beteiligt waren.

          Russische Hooligans hatten sich am vergangenen Samstag in der französischen Hafenstadt Marseille einen brutalen Straßenkampf mit überwiegend englischen Fußballfans geliefert, es gab mehrere Schwerverletzte. Drei der beteiligten russischen Gewalttäter wurden am Donnerstag im Schnellverfahren in Frankreich zu Haftstrafen verurteilt.

          Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Marseille wurden die drei Verurteilten sowie weitere 40 Hooligans aus Russland nach Hinweisen der russischen Polizei festgenommen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Gestärkt: Der türkische Staatspräsident Erdogan spricht am Sonntag mit türkischen Journalisten

          Türkische Offensive : Erdogans Gewinn

          Wieder einmal stärkt eine Krise, die der türkische Staatspräsident ausgelöst hat, seine innenpolitische Stellung. Die ausbleibende internationale Unterstützung aber dürfte einen hohen Preis haben.
          Zweimal Gündogan: Kimmich schreit seine Erleichterung über die Treffer des Kollegen heraus.

          3:0 für Deutschland : Geduldsspiel in Tallinn

          Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft muss einen frühen Platzverweis von Emre Can verkraften, gewinnt aber nach zähem Beginn 3:0 in Estland. Gündogan trifft zweimal, Werner setzt noch einen drauf.
          Was denkt die Queen über den Brexit? Die britische Königin Elisabeth II. im Mai 2019.

          Brexit-Streit : Die Queen liest Johnson

          Elisabeth II. trägt an diesem Montag im Unterhaus das Regierungsprogramm des Premierministers Boris Johnson vor. Im Zentrum steht der Brexit-Prozess, der gerade in einer entscheidenden Phase ist.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.