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Sechs Jahre Haft : Priester missbraucht sein Patenkind

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Der mittlerweile verurteilte Priester beim Prozessbeginn am Krefelder Landgericht (Foto vom 9. Januar). Bild: dpa

Jahrelang kümmert sich ein katholischer Geistlicher in Krefeld scheinbar rührend um sein Patenkind. Dann bricht für die Eltern eine Welt zusammen: Der Priester soll ihr Kind missbraucht haben. Dafür muss er jetzt ins Gefängnis.

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          Ein katholischer Priester ist wegen Kindesmissbrauchs in Krefeld zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht sprach den 56-Jährigen am Freitag wegen schweren sexuellen Missbrauchs, Kindesmissbrauchs und Missbrauchs von Schutzbefohlenen schuldig. Das Gericht sah 25 Taten als erwiesen an. Der Geistliche habe sein Patenkind und dessen jüngeren Bruder missbraucht. Dabei sei er einer Strategie gefolgt, sagte der Vorsitzende Richter: „Er wollte sich die jungen Menschen als seine Partner heranziehen.“ Das Gericht ging mit seinem Urteil noch über den Strafantrag der Staatsanwältin hinaus, die fünfeinhalb Jahre beantragt hatte.

          Der Pfarrer soll sich an seinem Patenkind vergangen haben, seit der Junge elf Jahre alt war. Der Missbrauch erstreckte sich seit 2001 über einen Zeitraum von fünf Jahren. Die Hoffnung seines Bistums, der inzwischen suspendierte Pfarrer möge mit einem raschen Geständnis seinen mutmaßlichen Opfern wiederholtes Leid durch den Auftritt vor Gericht ersparen, erfüllte sich nicht. Beide Opfer, heute erwachsen, mussten unter Ausschluss der Öffentlichkeit aussagen.

          Rom entscheidet über Entlassung

          Der Priester war zuletzt im Auftrag der Auslandsseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz in Südafrika eingesetzt. Nach Missbrauchs-Vorwürfen dort und entsprechenden Ermittlungen war er suspendiert worden. Das Strafverfahren in Südafrika wurde im Juni 2014 allerdings eingestellt. Wegen eines internationalen Haftbefehls wurde er wegen der erhobenen Vorwürfe an Deutschland ausgeliefert.

          Die Glaubenskongregation in Rom will über die Entlassung des Pfarrers aus dem Priesteramt entscheiden, sobald das Urteil rechtskräftig ist. Ob der Verurteilte in die Revision geht, blieb am Freitag unklar. „Wir hoffen sehr, dass er sich nun seiner Verantwortung stellt und das Urteil annimmt. Alles andere halten wir, auch im Sinne der Opfer, für inakzeptabel“, sagte Bistumssprecher Stefan Wieland.

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