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Getötete Babys : Sechs Kinder hätten leben können

Der Fundort der Babyleichen: Ein Haus im oberfränkischen Wallenfels Bild: AP

Nach dem Fund von acht Babyleichen in Oberfranken haben Rechtsmediziner festgestellt, dass sechs von ihnen lebensfähig waren. Die Mutter der Kinder ist in Untersuchungshaft.

          Sechs der acht toten Säuglinge, die am Donnerstag und Freitag in einem Haus in Wallenfels in Oberfranken gefunden wurden, waren nach der Geburt „grundsätzlich“ lebensfähig. Zwei der Kinder hingegen waren vermutlich nicht lebensfähig. Das ist das erste Ergebnis der rechtsmedizinischen Untersuchungen. Die Staatsanwaltschaft Coburg und das Polizeipräsidium Oberfranken teilten am Dienstag mit, die Untersuchungen in Erlangen hätten zudem bestätigt, dass es sich bei den sterblichen Überresten um insgesamt acht Säuglinge gehandelt habe.

          Karin Truscheit

          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Der Zeitpunkt der Geburten könne jedoch aufgrund des Zustandes der Leichname nicht mehr festgestellt werden. Auch kann man nach den Angaben keine belastbaren Ergebnisse darüber mitteilen, wie die Kinder zu Tode gekommen seien oder ob die sechs Säuglinge tatsächlich nach der Geburt gelebt hätten. Es werde noch mindestens vier Wochen dauern, bis weitere Resultate und die Ergebnisse von DNA-Untersuchungen feststünden.

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          Die 45 Jahre alte Andrea G. hatte gestanden, im Laufe der Jahre mehrere lebend geborene Kinder getötet zu haben. Seit Samstag befindet sie sich wegen des dringenden Tatverdachts des Mordes in sieben Fällen in Untersuchungshaft. Untergebracht ist sie in der Justizvollzugsanstalt Bamberg.

          Andrea G. hat mit ihrem Mann drei gemeinsame Kinder im jugendlichen Alter. Aus einer früheren Beziehung brachte sie zwei inzwischen erwachsene Kinder mit in die Familie. Immer noch ungeklärt ist, ob und in welchem Ausmaß Familienmitglieder, Verwandte und Bekannte Kenntnisse von den Schwangerschaften hatten. Die Ermittlungsgruppe Schlossberg ermittle in alle Richtungen, sagte die Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberfranken. So würden weiterhin Personen vernommen und Spuren ausgewertet. Die Durchsuchungen des Hauses der Familie in Wallenfels, in dem Andrea G. bis vor kurzem wohnte, sind weitgehend abgeschlossen.

          Am Freitagabend konnten Kriminalbeamte in einer Pension in Kronach die mutmaßliche Mutter ausfindig machen und festnehmen. Sie war in Begleitung eines 55 Jahre alten Lebensgefährten. Gegen den Mann besteht jedoch kein Tatverdacht. Einen „gewissen“ Tatverdacht hege man jedoch gegen ihren Ehemann Hans G. Auch hier gebe es jedoch bislang keine neuen Erkenntnisse, sagte die Sprecherin. Nähere Angaben dazu, ob der Mordverdacht auch nach den Obduktionsergebnissen aufrechterhalten werde, teilte die Staatsanwaltschaft noch nicht mit.

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