https://www.faz.net/-gum-14a1j

Schweiz : Polanskis Chalet wird für Hausarrest vorbereitet

  • Aktualisiert am

Gegen eine Kaution von 4,5 Millionen Franken kann Polanski den Hausarrest in seinem Chalet verbringen Bild:

Vermutlich am Montag kommt Roman Polanski frei. Sicherheitsexperten bereiten unterdessen sein Chalet für den Hausarrest vor. Der Regisseur muss eine elektronische Fußfessel tragen und für die Überwachungskosten aufkommen.

          Schweizer Sicherheitsexperten haben am Wochenende das Chalet von Regisseur Roman Polanski für dessen Hausarrest vorbereitet. Damit wurde eine Sicherheitsfirma beauftragt, die unter anderem auf Systeme zur Videoüberwachung spezialisiert ist. Nach Behördenangaben kommt Polanski vermutlich am Montag aus dem Bezirksgefängnis in Winterthur frei. Er kann während des Hausarrests seinen Tagesablauf völlig frei gestalten und Besuche empfangen, wie das Justizministerium am Sonntag erklärte.

          Ein Gericht hatte am Mittwoch entschieden, dass der Regisseur nach Hinterlegung einer Kaution von 4,5 Millionen Franken (drei Millionen Euro) seinen Hausarrest in dem Chalet verbringen kann. Er soll bis zur Entscheidung über ein Auslieferungsgesuch der Vereingten Staaten eine elektronische Fessel tragen.
          Das Schweizer Justizministerium bestätigte am Sonntag Zeitungsberichte, wonach Polanski außer der Verpflichtung, sein Haus nicht zu verlassen, frei sei. Der Regisseur unterstehe keinem Haftregime, und er könne seinen Tagesablauf völlig frei gestalten. Insbesondere könne er ohne Einschränkungen Personen empfangen oder bei sich wohnen lassen, sagte Ministeriumssprecher Folco Galli. Er könne er auf seinem Grundstück Regieanweisungen erteilen oder andere Arbeiten erledigen. Die Außenkontakte via Telefon oder E-Mail würden ebenfalls nicht eingeschränkt, die Gespräche nicht überwacht.

          Für die Überwachungskosten muss Polanski aufkommen

          Sollte Polanski sein Grundstück verlassen oder die Fußfessel entfernen, wird ein Alarm ausgelöst. Ein GPS kommt laut Galli nicht zum Einsatz. Electronic Monitoring könne keine Flucht verhindern, ermögliche aber eine rasche Alarmierung, sagte der Sprecher. Für die Überwachungskosten muss Polanski selbst aufkommen. Der polnisch-französische Regisseur bezahlt einmalige Kosten von rund 2.000 Franken (1.325 Euro) plus 200 Franken pro Monat. Polizei wird vor dem Grundstück nicht präsent sein.

          Die amerikanische Justiz will Polanski wegen des über drei Jahrzehnte zurückliegenden sexuellen Missbrauchs einer Dreizehnjährigen in Los Angeles belangen. Der Regisseur hatte sich damals vor dem Urteil nach Europa abgesetzt. Er wurde am 26. September aufgrund eines amerikanischen Haftbefehls am Flughafen Zürich festgenommen und in Auslieferungshaft gesetzt. Polanski wollte damals in die Schweiz einreisen, um eine Ehrung beim Zürcher Filmfestival entgegenzunehmen.

          Weitere Themen

          Hitzewarnung für Deutschland

          Deutscher Wetterdienst : Hitzewarnung für Deutschland

          Der Deutsche Wetterdienst rechnet ab Montag mit ersten Hitzewarnungen. Ab Mittwoch soll dann ganz Deutschland von einer Hitzewelle erfasst werden. Besonders Kinder, alte und kranke Menschen sind durch die hohen Temperaturen gefährdet.

          Topmeldungen

          Bereits ab 14.00 Uhr könnte die gefühlte Temperatur über 32 Grad liegen, dann herrscht Warnstufe 2. (Archivbild aufgenommen in Berlin)

          Deutscher Wetterdienst : Hitzewarnung für Deutschland

          Der Deutsche Wetterdienst rechnet ab Montag mit ersten Hitzewarnungen. Ab Mittwoch soll dann ganz Deutschland von einer Hitzewelle erfasst werden. Besonders Kinder, alte und kranke Menschen sind durch die hohen Temperaturen gefährdet.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.