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Getötet bei Polizeieinsatz : Schüsse auf Sohn von Ron Ely als „gerechtfertigt“ eingestuft

  • Aktualisiert am

Ron Ely wurde Mitte der Sechziger durch die Tarzan-Serie des Senders NBC berühmt. (Archivbild) Bild: dpa

Vor knapp einem Jahr ist Cameron Ely bei einem Polizeieinsatz erschossen worden. Die Staatsanwaltschaft stuft das Verhalten der Beamten nun als gerechtfertigt ein – sein Vater Ron Ely hingegen verklagt das Sheriffbüro.

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          Die Staatsanwaltschaft von Santa Barbara hat die tödlichen Polizeischüsse auf Cameron Ely als „gerechtfertigt“ eingestuft. Im Oktober 2019 war der Sohn des früheren Tarzan-Darstellers Ron Ely bei einem Polizeieinsatz erschossen worden. Insgesamt 22 Kugeln hatten die Beamten dabei auf ihn abgegeben. Zuvor soll der damals Dreißigjährige mehrfach auf seine 62 Jahre alte Mutter Valerie Lundeen eingestochen haben. Sie starb ebenfalls.

          Ein knappes Jahr nach dem Vorfall kommt die Staatsanwaltschaft in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht zu dem Schluss, dass die Beamten „angemessen“ gehandelt hätten. Demnach wurden die Polizisten wegen des Messerangriffs verständigt und fanden in dem Haus zunächst die Leiche von Valerie Lundeen. Dann trafen sie in der dunklen Einfahrt auf den „zerzausten“ und blutenden Cameron Ely und forderten ihn mehrfach auf, sich auf den Boden zu legen und die Hände zu heben. Dann soll Ely plötzlich nach vorne gesprungen sein, sich an die Hüfte gefasst und „Ich habe eine Waffe“ gebrüllt haben. Daraufhin hätten die Beamten das Feuer eröffnet. Bei einer anschließenden Durchsuchung wurde bei Ely zwar keine Waffe gefunden, dem Bericht zufolge gaben aber alle vier Beamten an, bis dahin geglaubt zu haben, Ely sei bewaffnet. Da die Polizisten Ely für den Täter hielten, sei diese Annahme nachvollziehbar, so der Bericht.

          Sein Vater Ron Ely hatte vergangene Woche Klage gegen das Sheriffbüro in Santa Barbara eingereicht. Seiner Darstellung nach habe sein Sohn die Anweisungen der Beamten befolgt, weshalb die Schüsse nicht gerechtfertigt gewesen seien. Außerdem wirft er ihnen vor, nicht rechtzeitig einen Krankenwagen für seine Frau gerufen zu haben. Lundeen sei 30 Minuten lang nicht ärztlich versorgt worden. Die Staatsanwaltschaft erwidert in ihrem Bericht, medizinische Hilfe sei schnell an Ort und Stelle gewesen, da sie bereits mit der Polizei gekommen sei und an der Straße gewartet hätte.

          Die Umstände rund um die Tat bleiben derweil weiter im Dunklen. Auch das mögliche Motiv von Cameron Ely, einem Wachmann mit Harvard-Studium, gibt nach wie vor Rätsel auf. Der 81 Jahre alte Ron Ely, der Mitte der Sechziger durch die Tarzan-Serie des Senders NBC berühmt wurde, hatte eher zurückgezogen mit seiner Ehefrau im Küstenort Santa Barbara gelebt.

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