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Schülerin ein Zufallsopfer : Speichelprobe 21 überführte Hannahs Mörder

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Hannah - zufällig Opfer eines brutalen Täters Bild: ddp

Hätte sie eine spätere Bahn genommen, würde Hannah aus Königswinter womöglich noch leben. Ein 25 Jahre alter Mann hat gestanden, die Schülerin vergewaltigt und erstochen zu haben. Sein Opfer wählte er zufällig aus.

          Der Mord an der 14 Jahre alten Hannah aus Königswinter ist aufgeklärt. Ein 25 Jahre alter Fahrzeug- und Objektreiniger wurde in seiner Wohnung nahe des Tatortes festgenommen und legte ein umfassendes Geständnis ab, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag in Bonn erklärten. Der Mann habe das Mädchen vergewaltigt und dann erstochen. Gegen ihn erging Haftbefehl.

          Gefasst wurde der geständige Täter schon am Mittwochnachmittag. Die Polizei kam ihm mit einer freiwilligen Speichelprobe auf die Spur, sagte der Leiter der Mordkommission, Michael Brück. Er habe in unmittelbarer Nähe des Leichenfundorts gearbeitet, Hannah aber nicht gekannt. Der Mann sei nach eigenen Angaben homosexuell. Die Schülerin sei ein Zufallsopfer, erklärte Staatsanwalt Michael Hermesmann.

          Nach der Tat mit dem Fahrrad nach Hause

          Der 25-Jährige habe dem Mädchen in der Nähe einer Bushaltestelle aufgelauert, die nur etwa 500 Meter vom Elternhaus entfernt liege, schilderte Hermesmann den Ablauf der Tat am 29. August. Er habe die Jugendliche überwältigt sowie geknebelt und gefesselt. Zunächst habe er sich mit seinem Opfer versteckt, bis es auf einem Gelände, auf dem zahlreiche Busse abgestellt seien, ruhig geworden sei. Dann habe er die 14-Jährige in einen leer stehenden Bus gebracht und sie dort vergewaltigt (Siehe auch: Video: Mord an Hannah aufgeklärt).

          Gedenken an die ermordete Hannah

          Den Ermittlungen zufolge stach der Täter außerhalb des Fahrzeugs auf das Mädchen ein, so dass sie verblutete. Hannah habe zahlreiche Stich- und Schnittverletzungen am Oberkörper und am Kopf erlitten. Der Täter habe die Leiche im Gebüsch an einer Böschung auf einem benachbarten Firmengelände versteckt und sei dann mit dem Fahrrad nach Hause gefahren.

          DNA-Spuren überführen Täter zweifelsfrei

          Die Leiche des Mädchens wurde erst fünf Tage nach der Tat gefunden. Die Aufklärung beruht den Angaben zufolge in erster Linie auf 152 freiwilligen Speichelproben, die von Personen aus dem Umfeld des Tatortes genommen wurden. Spur Nummer 21 habe schließlich Übereinstimmung mit DNA-Spuren erbracht, die beim Opfer gefunden worden seien, teilten die Ermittler mit.

          Ein Gutachten muss nach Angaben von Hermesmann nun zeigen, ob der Mann psychisch krank oder schuldfähig ist. Ob der seit etwa fünf Jahren in Deutschland lebende Tscheche vorbestraft ist, möglicherweise in einem anderen Land, weiß die Bonner Polizei bisher noch nicht. Hannah war am 29. August nach einem Besuch bei ihrem Freund mit Bus und Stadtbahn bis zur heimatlichen Haltestelle in Königswinter-Oberdollendorf gefahren. Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigen sie um 20.28 Uhr beim Verlassen der Bahn an der Haltestelle.

          Beisetzung im engsten Familienkreis

          Die Beerdigung Hannahs soll an diesem Freitag auf dem Waldfriedhof in Oberdollendorf stattfinden. Das Mädchen werde im engsten Familienkreis beigesetzt, kündigte die Polizei am Donnerstag an. Aus Rücksicht auf die Angehörigen soll der Friedhof für die Dauer der Trauerfeierlichkeiten für die Öffentlichkeit geschlossen bleiben. Schon am Wochenende hatten in einer öffentlich Trauerfeier mehr als 1000 Mitschüler, Lehrer und die Eltern Hannah gedacht.

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