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Spurensuche : Warum Schüler Abiklausuren aus dem Schultresor stahlen

Aufregende Prüfung: Vor dem Abitur wünscht sich so mancher Schüler, einen Blick auf die Fragen erhaschen zu können. Bild: dpa

Drei Schüler in Bamberg haben vor einem Jahr die Abiklausuren aus dem Schultresor gestohlen. Am Montag beginnt der Prozess. Wie konnte es soweit kommen?

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          Teresa Schwital, 19, kann sich noch genau erinnern, wie ihre beste Freundin ihr vor einem knappen Jahr erzählt hat, dass in Bayern die Abiaufgaben gestohlen worden waren: „Es kam durchs Radio immer näher, erst hieß es ‚in Bayern‘, dann ‚in Bamberg‘, dann ‚bei uns‘“, erzählt die ehemalige Schulsprecherin am Telefon. Sie hätten gerätselt, warum jemand Externes die Bögen aus dem Schultresor ihres am Westrand der Altstadt gelegenen Kaiser-Heinrich-Gymnasiums entwendet haben sollte. „Dass es einer von uns gewesen sein könnte, das haben wir bis zum Beweis des Gegenteils nicht geglaubt. Wir kannten uns alle, und keiner hatte ein Motiv.“ Sie seien eine tolle Gemeinschaft gewesen, es habe keine Außenseiter gegeben.

          Katrin Hummel
          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Weil die Tatverdächtigen erst Monate nach den Abiturprüfungen gefasst wurden, nahmen die drei mutmaßlichen Täter bis zuletzt auch noch ganz normal an den Abivorbereitungen teil und schrieben auch die Abiklausuren mit. „Die waren sogar noch mit uns im Stufenchat und haben mitdiskutiert, wer es gewesen sein könnte“, erinnert sich Schwital. Es sei dann auch darum gegangen, wer die Abirede halten sollte, „und einer von ihnen bot sich an“.

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