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Schlag gegen die ’Ndrangheta : 14 Festnahmen in Deutschland

  • Aktualisiert am

Duisburg: Einsatzfahrzeuge der Bundespolizei stehen vor einer Shopping Mall. Bild: dpa

Bis zu 4000 Kilogramm Kokain sowie 140 Kilogramm Extasy-Pillen sind bei dem Einsatz gegen die ’Ndrangheta beschlagnahmt worden. Ein Pferdetransporter brachte die Ermittler auf die Spur der Mafia.

          Bei der Großrazzia gegen die Mafiaorganisation 'Ndrangheta sind am Mittwoch in Deutschland 14 Verdächtige festgenommen worden. Gegen sechs von ihnen hätten Haftbefehle aus Italien, Belgien und den Niederlanden vorgelegen, teilte das Bundeskriminalamt (BKA) am Mittwochnachmittag in Wiesbaden mit. Bei den Durchsuchungen seien größere Mengen Bargeld und mehrere mutmaßliche Kurierfahrzeuge für den Drogenschmuggel sichergestellt worden.

          Ermittelt werde in Deutschland bislang gegen 47 mutmaßliche Mitglieder der `Ndrangheta. Vorgeworfen würden ihnen vor allem der Handel mit Kokain und Geldwäsche, berichtete das BKA. Insgesamt seien rund 440 Beamte des BKA und der Bundespolizei am Mittwoch im Einsatz gewesen, durchsucht wurden demnach 65 Wohnungen oder andere Objekte mit Schwerpunkten in Nordrhein-Westfalen und Bayern.

          Auf die Spur der mutmaßlichen Mafia-Mitglieder sind die deutschen Ermittler nach eigenen Angaben durch den Fund von massenweise Kokain in einem präparierten Pferdetransporter gekommen. Der Transporter sei vor zwei Jahren im britischen Fährhafen Harwich sichergestellt worden. Den mutmaßlichen Mafiosi werden bisher mindestens 23 solcher Transporte von jeweils 80 Kilogramm Kokain aus den Niederlanden nach England zur Last gelegt, wie die Kölner Polizei am Mittwoch mitteilte.

          Der Einsatz dauerte am Nachmittag noch an und ist Teil einer großangelegten Polizeiaktion in mehreren europäischen Staaten und in Südamerika, bei der insgesamt etwa 90 Verdächtige festgenommen wurden: Sie erstreckte sich auch auf Italien, Belgien, die Niederlanden und das südamerikanische Surinam. Bis zu 4000 Kilogramm Kokain sowie 140 Kilogramm Ecstasy-Pillen wurden insgesamt beschlagnahmt.

          Eurojust-Vizepräsident Filippo Spiezia bezeichnete die Operation von Deutschland, Italien, den Niederlanden und Belgien als „außerordentlichen Erfolg“. Möglich sei dies durch die Bildung eines gemeinsamen grenzüberschreitenden Ermittlerteams gewesen, das seine Arbeit bereits Anfang 2016 aufgenommen habe. Italiens Anti-Mafia-Staatsanwalt Federico Cafiero de Raho wies allerdings darauf hin, dass die 'Ndrangheta weiterhin stark und gefährlich sei: „Wenn wir glauben, wir haben die 'Ndrangheta ausgehoben, dann täuschen wir uns.“

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