https://www.faz.net/-gum-90gee

Schießerei in Disko : Schütze in Konstanz suchte gezielt nach seinem Schwager

  • Aktualisiert am

Polizeiabsperrband sichert den Eingang des Clubs „Grey“ in Konstanz (Aufnahme vom 31.7.). Bild: dpa

Noch immer wirft die Tat vor einer Konstanzer Diskothek Fragen auf. Der Täter hatte es wohl auf den ehemaligen Betriebsleiter abgesehen. Seine Waffe war nicht registriert.

          Woher hatte der Konstanzer Todesschütze das Sturmgewehr, mit dem er an einer Diskothek mehr als 20 Schüsse abgab und einen Türsteher tötete? Einen Waffenschein hatte er jedenfalls nicht. Im entsprechenden bundesweiten Register gibt es nach dpa-Informationen zu dem 34-Jährigen keinen Eintrag. Die Ermittler prüfen weiter, ob die Waffe aus Armeebeständen stammt oder aus einzelnen Teilen zusammengesetzt wurde, die der Täter sich möglicherweise im so genannten Darknet – einem anonymen Teil des Internets – beschafft hatte.

          Der Disco-Schütze war bei seiner Attacke in der Nacht zum Sonntag in dem Konstanzer Tanzlokal mutmaßlich gezielt auf der Suche nach seinem Schwager – dem ehemaligen Betriebsleiter des Clubs. Das teilte die Polizei am Freitag mit.

          Die Auswertung des Videomaterials habe ergeben, dass der Mann auch in den Tanzbereich des Clubs vorgedrungen war, sagte ein Sprecher der Polizei. Demnach ging der Täter durch einen Vorraum und den Kassenbereich in das dahinter liegende Foyer sowie in den größten Tanzsaal, wo er zwei Schüsse Richtung Decke abfeuerte. Insgesamt schoss der Mann mehr als 20 Mal vor und in der Diskothek.

          Der Todesschütze wurde am Freitag beigesetzt

          Am Freitagvormittag wurde der 34-Jährige in Konstanz beigesetzt. An der Trauerfeier hätten rund 250 Menschen teilgenommen, sagte ein Sprecher der Polizei. Die Beerdigung sei ohne Störungen abgelaufen. Beamte waren demnach ebenfalls vor Ort. Bereits am Vortag war der getötete Türsteher unter großer Anteilnahme beerdigt worden.

          Die Diskothek „Grey“, an der die Schießerei stattgefunden hatte, öffnete am Freitagabend wieder ihre Türen – zumindest zum Start der ersten Veranstaltung nach der Tat war der Andrang aber noch gering. Die Eintrittsgelder des Wochenendes würden für die Familie des Opfers gespendet, sagte der Geschäftsführer der Disco „Grey“, Christian Sieve. Auch eine Spendenbox solle für vier Wochen aufgestellt werden.

          Im Gedenken an das Geschehen werde an den nächsten beiden Tagen zudem jeweils in den Morgenstunden die Musik heruntergefahren und eine Schweigeminute eingehalten.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Erdgas-Streit mit der EU : „Erdogan fährt eine Kamikaze-Politik“

          Die EU-Außenminister haben Sanktionen gegen die Türkei erlassen, weil sie vor der Küste von Zypern nach Gas bohrt. Ökonomieprofessor Erdal Yalcin spricht im F.A.Z.-Interview über die Abhängigkeit Ankaras und den Rückhalt für Erdogan.

          Von der Leyen in Straßburg : Flucht nach links

          In ihrer Bewerbungsrede ringt Ursula von der Leyen vor allem um die Zustimmung von Sozialdemokraten und Liberalen. Ihre Chancen auf einen Wahlerfolg am Abend dürften gestiegen sein – dank ihres engagierten Auftritts. Eine Analyse.
          Bundeskanzler Konrad Adenauer (links) und Ludwig Erhard im September 1963 in Bonn

          Nachkriegszeit : Als sich die CDU vom Sozialismus abwandte

          Nach dem Krieg forderte die CDU die Verstaatlichung von Schlüsselindustrien. Dann kam Ludwig Erhard – und mit ihm vor genau 70 Jahren die politische Kehrtwende hin zur Marktwirtschaft.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.