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Schauspielerin klagt an : Neue Vergewaltigungsvorwürfe gegen Roman Polanski

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Roman Polanski kann seit 1977 nicht in die Vereinigten Staaten einreisen. Dort laufen Ermittlungen wegen des Geschlechtsverkehrs mit einer Minderjährigen. Bild: dpa

Die französische Schauspielerin Valentine Monnier erhebt schwere Vorwürfe gegen Roman Polanski. Er habe sich „extrem gewaltsam“ an ihr vergangen. In zwei Briefen wendet sich Monnier auch an Brigitte Macron.

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          Die Schauspielerin und Fotografin Valentine Monnier hat sich mit ihren Vergewaltigungsvorwürfen gegen Star-Regisseur Roman Polanski auch an die französische Präsidentengattin Brigitte Macron gewandt. Monnier habe Frankreichs First Lady in zwei Briefen in den Jahren 2018 und 2019 über die Beschuldigungen gegen Polanski informiert, wie Brigitte Macrons Büro am Samstag mitteilte. In beiden Fällen seien die Briefe an Mitglieder der französischen Regierung weitergeleitet worden.

          In einem ersten Brief vom vergangenen Jahr habe sich Monnier darüber beklagt, auf ein Schreiben an die Staatssekretärin für Gleichberechtigung Marlène Schiappa, keine Antwort erhalten zu haben. Macrons Büro habe damals geantwortet, dass sich die First Lady nicht in die Entscheidungen der Justiz einmischen könne. Der Brief sei an Schiappa weitergeleitet worden.

          In diesem Jahr habe Monnier erneut an Brigitte Macron im Zusammenhang mit der Finanzierung eines neuen Polanski-Streifens durch das Kulturministerium geschrieben. Auch in diesmal habe das Büro der Präsidentengattin geantwortet und das Schreiben an Kulturminister Franck Riester weitergeleitet.

          Polanski habe sie „extrem gewaltsam“ vergewaltigt

          Schiappa reagierte im März auf die von Monnier erhobenen Vorwürfe. Sie begrüßte, dass das ehemalige Model nach 42 Jahren sein Schweigen breche, betonte aber, dass die Aufarbeitung Sache der Justiz sei.

          Monnier hatte am Freitag in einem Interview mit der Zeitung „Le Parisien“ die Vorwürfe öffentlich gemacht. Sie beschuldigte Polanski, dieser habe sie im Jahr 1975 in seinem Haus im Schweizer Skiort Gstaad „extrem gewaltsam“ vergewaltigt. Er habe die damals 18-Jährige „zu allerlei Dingen“ gezwungen.

          Monnier gab an, ihrer besten Freundin sowie einer späteren Lebensgefährtin des Regisseurs von dem mutmaßlichen Vorfall erzählt zu haben. Beide seien in der Nacht, in der die Vergewaltigung stattgefunden haben soll, ebenfalls in dem Haus gewesen. Die zwei Frauen bestätigten Monniers Version gegenüber der Zeitung. Polanskis Anwalt wies den Vorwurf dagegen entschieden zurück.

          „Ich glaube ihr“

          Die Schauspielerin Adèle Haenel, die vor einigen Tagen Missbrauchsvorwürfe gegen den Regisseur Christophe Ruggia erhoben hatte, rief am Samstag zur Unterstützung Monniers auf. „Ich glaube ihr“, sagte sie.

          Der in Frankreich lebende Starregisseur und Holocaust-Überlebende Polanski wird in den Vereinigten Staaten seit Jahrzehnten wegen Vergewaltigung einer Minderjährigen polizeilich gesucht. Im Jahr 1977 hatte er Sex mit der damals 13-jährigen Samantha Geimer, ein Jahr später floh er aus den Vereinigten Staaten.

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