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Sexuelle Belästigung : Salma Hayek: Weinstein war mein Monster

  • Aktualisiert am

Salma Hayek (hier Mitte November bei der Verleihung der Golden Globes in Los Angeles) erhebt schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein. Bild: AFP

Salma Hayek erhebt schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein. In einem Interview schildert sie, wie der Produzent sie immer wieder bedrängte. Der Beschuldigte wehrt sich.

          Die Belästigungsvorwürfe gegen den früheren Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein reißen nicht ab. In einem am Mittwoch in der Zeitung „New York Times“ veröffentlichten Artikel schildert nun Schauspielerin Salma Hayek, wie Weinstein sie immer wieder sexuell belästigte, wie er sie erniedrigte und sogar mit dem Tod bedrohte. „Harvey war jahrelang mein Monster“, schreibt die 51-Jährige.

          Vor allem die Arbeit an dem 2002 erschienenen Erfolgsfilm „Frida“, in dem Hayek die mexikanische Malerin Frida Kahlo spielte, erlebte die Schauspielerin als regelrechte Qual: Sie habe immer wieder „Nein“ sagen müssen: „Nein, ihm zu jeder nächtlichen Stunde die Tür zu öffnen, Hotel für Hotel, Drehort für Drehort. Nein, mit ihm zu duschen. Nein, dass er mir beim Duschen zuschaut. Nein, dass er mich massiert. Nein, dass er mir Oralsex macht. Nein, dass ich mich zusammen mit einer anderen Frau vor ihm ausziehe.“

          Auf jede Ablehnung habe Weinstein, der damalige Produzent des Films, mit seiner „macchiavellistischen Wut“ reagiert. Er habe ihr einmal mit dem Tod gedroht und gesagt: „Ich bringe dich um, glaube nicht, dass ich dazu nicht fähig bin.“ Weinstein habe gesagt, der Film werde nur zu Ende gedreht, wenn sie einer expliziten Sexszene mit einer Frau zustimme. Als die Szene gedreht wurde, habe sie einen Nervenzusammenbruch erlitten, berichtete Hayek. Sie habe den Dreh nur mit Beruhigungsmitteln überstanden. Als der Film fertig war, habe Weinstein gesagt, er sei zu schlecht für das Kino und werde nur als Video veröffentlicht. Der Film kam doch in die Kinos und wurde ein voller Erfolg. Er gewann zwei Oscars und brachte Hayek eine Oscar-Nominierung ein.

          Weinstein selbst wies kurz darauf alle Anschuldigungen von Hayek zurück. „Alle sexuellen Vorwürfe von Salma sind nicht korrekt und wurden von anderen, die Zeugen der Ereignisse waren, anders wahrgenommen“, teilte am Donnerstag ein Sprecher Weinsteins dem „People“-Magazin mit. Weinstein gab in seinem Statement an, sich in dem Zusammenhang einmal an ein „rüpelhaftes Verhalten“ erinnern zu können. Das habe sich aber nur auf den gemeinsamen Film „Frida“ bezogen, mit dessen Schnitt er unzufrieden gewesen sei.

          Die Zeitung „New York Times“ hatte im Oktober enthüllt, dass zahlreiche Frauen Weinstein sexuelle Belästigung vorwerfen. Seitdem meldeten sich mehr als hundert Frauen mit Belästigungs- oder Vergewaltigungsvorwürfen gegen den einst mächtigen Produzenten zu Wort.

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