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Aufregung um Schriftzug : „Es wurde so bestellt und auch so geliefert“

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Präsentation des neuen Panzerwagens „Survivor R“ in Leipzig vergangenen Woche: Zwei dieser Fahrzeuge stehen den Spezialeinheiten ab sofort zur Verfügung und sollen bei Amok- oder Terrorlagen zum Einsatz kommen. Bild: dpa

Der neue Panzerwagen der Polizei Sachsen ist im Innern mit altdeutsch anmutender Schrift und Logo geschmückt. Ein Indiz für rechtskonservative Attitüde? Die Aufregung ist groß und Verantwortung will zunächst niemand dafür übernehmen. Dann äußert sich das LKA.

          Elf Mal. So oft antwortete das Sächsische Innenministerium am Sonntag in leichter Abwandlung auf kritische Tweets mit den Worten: „Das Fahrzeug wurde mit dieser Bestickung der Sitze vom Hersteller so ausgeliefert. Auch wenn die vom Hersteller gewählte Schriftart nicht dem Markenhandbuch entspricht: Darin ein Indiz für rechte Attitüde zu sehen, weisen wir entschieden zurück.“

          Was war passiert? Auf Twitter hatten Fotos aus dem Inneren von zwei neuen Panzerwagen die Runde gemacht, die sich die sächsische Polizei für insgesamt rund drei Millionen Euro zur Terrorabwehr zugelegt hat. Auf den Fahrzeugsitzen steht in altdeutscher Schrift „Spezialeinsatzkommando“, unter einem Lorbeerkranz prangt in derselben Schrift das Wort „Sachsen“. Dazu schrieb ein Journalist des Leipziger Stadtmagazins „Kreuzer“: „Hübsches Logo! Fast wie früher ... fehlen nur Adler und Kreuz. Frage mich, wer sich sowas ausdenkt heutzutage im Freistaat #Sachsen? Und wer hat entschieden, dass so ein Logo da reinkommt?“

          Auf Twitter ist die Aufregung schnell groß, und so hielt man es im Sächsischen Innenministerium offenbar für nötig, nach wenigen Stunden auf den Tweet zu reagieren – und die Schriftart immer wieder als „vom Hersteller gewählt“ zu bezeichnen. Damit wurde die Aufregung aber nicht kleiner. Schnell wurde darauf verwiesen, dass Sven Mewes vom Landeskriminalamt (LKA) Sachsen in dem am Samstag veröffentlichten Video von der offizielle Übergabe des ersten Panzers gesagt hatte: „Insgesamt ist das Fahrzeug genau so, wie wir uns das vorgestellt haben“. In einem anderen Video von Hersteller Rheinmetall ist außerdem zu sehen, dass es die Fahrzeuge auch ohne Aufschrift auf den Sitzen gibt. Hatte der Hersteller die Bestickung also einfach eigenmächtig gewählt – und keiner Behörde zur Freigabe vorgelegt? Die Firma wollte dazu keine Stellung nehmen.

          Aber auch Valentin Lippmann, innenpolitischer Sprecher der Grünen im sächsischen Landtag, wollte die Frage beantwortet wissen. In einer Kleinen Anfrage an die Landesregierung, die er noch in der Nacht schrieb, hieß es: „Auf wessen Veranlassung wurde die Bestickung der Sitze des ,Survivor S' veranlasst bzw. freigegeben?“ Im Sächsischen Innenministerium war man sich der Sprachregelung „vom Hersteller gewählte Schriftart“ offenbar auch nicht mehr so sicher. Nachdem diese Antwort elf Mal getwittert worden war, hieß es vor 18 Stunden plötzlich: „Wir müssen uns allerdings auch erst einmal mit den zuständigen Personen in Verbindung setzen und Rücksprache halten. Das gehört auch zu verlässlicher .“

          Am Montagnachmittag äußerte sich dann eine Sprecherin des Landeskriminalamtes zu dem geflügelten Logo: Das von einem Lorbeerkranz umringte, gekrönte und von zwei Löwen gehaltene sächsische Wappen sei ein in dieser Form seit 1991 intern verwendetes Logo des SEK. „Von der Verwendung einer gebrochenen Schrift auf eine politische Affinität zu schließen, geht nicht“, sagte sie. Die Krone über dem Wappen stehe nicht für das Königreich Sachsen, wie vermutet worden war, sondern sei Symbol für den internen Funknamen. Die Löwen seien die Wappentiere von Leipzig und stünden für den Standort des SEK. „Es ist ein identitätsstiftendes Logo.“ Das LKA trat damit auch dem vom Innenministerium erweckten Eindruck entgegen, dass das Logo vom Fahrzeughersteller Rheinmetall auf eigene Initiative hin mit den Schriftzügen ausgeliefert worden sei. „Es wurde so bestellt und auch so geliefert“, sagte die LKA-Sprecherin.

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