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Prozess in Russland : Der Serienmörder gibt den Tugendwächter

Hinter Gittern: Michail Popkow bei der Urteilsverkündung in Irkutsk 2015 Bild: EPA

Wegen Mordes an 22 Frauen ist Michail Popkow 2012 in Russland festgenommen worden. Der ehemalige Polizist wurde verurteilt – und gestand 59 weitere Morde.

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          Von Michail Popkow gibt es viele Bilder, die ihn mit Polizisten und mannsgroßen Puppen zeigen. Winters zwischen Bäumen im Schnee, sommers im hohen Gras. Ermittler haben die Bilder veröffentlicht, als Arbeitsnachweis. Ein Polizist hält die Puppe, Popkow, ein drahtiger Mann Anfang 50, simuliert Stöße mit dem Messer, Schläge mit dem Beil, Würgegriffe. Die „Ermittlungsexperimente“ sollen den Tathergang am Tatort nachstellen. Ohne das Blut und ohne die Vergewaltigungen, die fast allen Morden Popkows vorangegangen sein sollen.

          Friedrich Schmidt

          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Russische Medien bezeichnen ihn als „Angarsker Triebtäter“, nach der Stadt mit gut 226.000 Einwohnern knapp 120 Kilometer westlich des Baikalsees, in der und um die herum Popkow wütete. Der frühere Polizist wurde 2012 gefasst und vor drei Jahren wegen Mordes an 22 Frauen und versuchten Mordes an zwei weiteren in den Jahren 1994 bis 2000 verurteilt. Zu lebenslanger Haft, die Verhängung der Todesstrafe ist in Russland ausgesetzt. Dann gestand Popkow immer mehr Morde. Nun steht er in der rund 40 Kilometer von Angarsk entfernten Gebietshauptstadt Irkutsk wieder vor Gericht, wegen 59 weiteren Morden und eines weiteren Mordversuchs von 1992 bis 2010. Verhandelt wird hinter verschlossenen Türen, denn es geht um krasseste, sexualisierte Gewalt.

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