https://www.faz.net/-gum-abkuk

In Russland : Mehrere Tote bei Schusswaffenangriff in Schule

Angriff auf eine Schule in Kasan, Russland Bild: dpa

Mindestens sieben Schüler und eine Lehrerin sind am Dienstagmorgen in einer russischen Schule mit einer Schusswaffe getötet worden. Mehrere Schüler sollen versucht haben, sich durch Sprünge aus Fenstern in Sicherheit zu bringen.

          1 Min.

          Bei einem Schusswaffenangriff auf eine Schule der russischen Stadt Kasan sind am Dienstagmorgen mehrere Menschen getötet worden. Nach offiziellen Angaben wurden sieben Schüler und eine Lehrerin getötet, 20 weitere Personen wurden verletzt. Unbestätigte Agenturberichte gaben dagegen die Zahl der Opfer mit neun an. Die Staatsnachrichtenagentur Ria Nowosti berichtete gar über elf Tote. Demnach sollen sich zwei Schüler tödliche Verletzungen zugezogen haben, als sie aus einem Fenster im zweiten Stock sprangen.

          Friedrich Schmidt
          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Auch andere Schüler sollen versucht haben, sich durch Sprünge aus Fenstern in Sicherheit zu bringen, weitere sich unter Bänken versteckt und mit ihren Eltern telefoniert haben. Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie Schüler über Feuerwehrleitern das Gebäude verlassen. Rustam Minnichanow, das Oberhaupt der Teilrepublik Tatarstan, sagte im Staatsfernsehen, es habe nur einen Angreifer gegeben, den er als „Terroristen“ bezeichnete. Er sei 19 Jahre alt, habe eine offiziell registrierte Waffe gehabt und sei festgenommen worden. Die Ermittlungen wurden aber nicht wegen Terrorvorwürfen, sondern wegen Mordes aufgenommen.

          Der Telegram-Kanal Baza verbreitete ein Foto und Namen des angeblichen Schützen, der die nun angegriffene Schule selbst vor vier Jahren abgeschlossen habe und nun an einer Berufshochschule Informatik studiere. Vor einigen Tagen habe der Angreifer einen – mittlerweile blockierten – Telegram-Kanal eröffnet, in dem er sich als „Gott“ bezeichnete und am Morgen vor den Schüssen geschrieben habe, er werde „eine gewaltige Menge Biomüll töten“ und sich dann selbst das Leben nehmen.

          Laut Medienberichten, die die Polizei zurückwies, gab es dagegen zwei Angreifer. Über den zweiten hieß es, er sei in der dritten Etage der Schule „blockiert“, es wurde über Geiseln berichtet. Bald darauf hieß es, der zweite Angreifer sei „neutralisiert“ worden. Auch diese Berichte wies die Polizei zurück. Das Newsportal RBK berichtete unter Berufung auf das Umfeld des Geheimdiensts FSB, ein namentlich benannter, 41 Jahre alter Mann sei unter dem Verdacht der Komplizenschaft festgenommen worden.

          Der Tatort, die Kasaner Schule Nummer 175, liegt im Osten der Stadt, die auch die Hauptstadt der Teilrepublik Tatarstan ist. Um das Gebäude standen Dutzende Rettungswagen, Einheiten der Nationalgarde waren im Einsatz. Laut der Stadtverwaltung wurden die Sicherheitsvorkehrungen an anderen Schulen Kasans verstärkt. „Heute ist eine große Tragödie für unsere ganze Republik, für unser Land. Es tut uns sehr leid, dass es so gekommen ist“, sagte Minnichanow.

          Weitere Themen

          Auf die Hitze folgen Unwetter

          Starkregen und Hagel : Auf die Hitze folgen Unwetter

          Nach den hohen Temperaturen am Freitag soll das Gewitterrisiko im Südwesten am Wochenende weiter steigen. Die Gewitter können nach Angaben vom Deutschen Wetterdienst mit Starkregen und Hagel sogar unwetterartig ausfallen.

          Topmeldungen

          Deutscher Sieg über Portugal : Ein Abend, an dem Funken sprühen

          Mit der überwältigenden Mischung aus Wucht und Wille erfüllt die DFB-Elf ihren Auftrag gegen Portugal. Auch die Konkurrenz in Fußballeuropa dürfte diese deutsche Verwandlung mit einigem Staunen gesehen haben.

          Deutsche Einzelkritik : Müller nervt Portugal, Gosens ragt heraus

          Beim Sieg über Portugal macht Robin Gosens wohl die Partie seines Lebens. Auch andere DFB-Akteure zeigen sich deutlich verbessert. Aber einer scheint nicht der Lieblingsspieler von Bundestrainer Joachim Löw zu sein.
          Kann Jens Spahn als von Corona genesen gelten?

          F.A.S. Exklusiv : Herr Spahn und die Genesenen

          Der Gesundheitsminister macht es Leuten schwer, die Corona schon überstanden haben. Wie viele Impfungen sie brauchen, ist umstritten. Hat Jens Spahn sich selbst vergessen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.