https://www.faz.net/-gum-9himl

Ruhrgebiet : Polizei-Großeinsatz bei Hochzeit von Familienclans

  • Aktualisiert am

Polizeieinsatz (Symbolbild) Bild: dpa

Hunderte Polizisten kontrollieren auf Verdacht Hunderte Gäste einer Hochzeit. Der Grund: Ausgerichtet wird das Fest von zwei nicht gerade unbescholtenen Großfamilien.

          Im Rahmen ihrer „Null-Toleranz-Strategie“ gegen Clan-Kriminalität hat ein Polizei-Großaufgebot am Wochenende in Mülheim eine große Hochzeitsfeier zweier Familienclans kontrolliert. Mehr als 300 Polizisten nahmen am Sonntagabend mehrere Hundert Gäste und rund 160 Autos unter die Lupe. Mit dem Einsatz wollte die Polizei nach eigenen Angaben unter anderem Autokonvois und In-die-Luft-Schießen verhindern. „Es sollte klar signalisiert werden, dass die Polizei vor Ort ist. Damit sollte respektloses Verhalten unterbunden werden“, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Die Kontrollen waren den Familien im Vorfeld angekündigt worden.

          Bei den Familien habe es sich um zwei der wichtigsten arabisch-libanesischen Clans mit Verbindungen in alle Bundesländer und Kontakten ins Rocker-Milieu gehandelt, hieß es. Einige Gäste seien auch aus dem Ausland gekommen. Einen solch großen Einsatz habe es bei einer libanesischen Clan-Hochzeit in der Region noch nie gegeben.

          „Solche Clans sind nicht harmlos“, sagte eine Polizeisprecherin. Etliche Mitglieder der beiden Großfamilien seien schon straffällig geworden. Auch sei es nicht unüblich, „dass bei Hochzeiten plötzlich geschossen wird. Man muss die Bevölkerung schützen und die Gäste.“

          Obwohl die Kontrollen vorab bekannt waren, wurde ein 38-Jähriger festgenommen, gegen den wegen einer nicht bezahlten Geldstrafe bereits ein Haftbefehl vorlag. Ein weiterer Mann hatte Drogen dabei, einer anderer eine Waffe, ein dritter keinen Führerschein.

          Die Kontrollen erfolgten an drei Kontrollstellen an Zufahrtsstraßen zum Veranstaltungsort. Auch während der Feier blieben Polizisten in Uniform und in Zivil vor Ort. Bei der Feier gab es laut Polizei keine Zwischenfälle.

          Polizei und Justiz in NRW haben ihre Einsätze gegen kriminelle Mitglieder von Clans in den vergangenen Monaten erheblich ausgeweitet. Immer wieder gibt es großangelegte Razzien.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          737-Max-Abstürze : Schulung am iPad statt im Cockpit

          Nach dem zweiten Absturz einer Boeing 737-Max steht die amerikanische Luftfahrtbehörde in der Kritik. Die Zertifizierung wurde offenbar teils an Boeing ausgelagert. Besonders problematisch soll aber etwas anderes gewesen sein.

          Drei Tote in Utrecht : Ministerpräsident Rutte geht von einem Anschlag aus

          Im niederländischen Utrecht soll ein Mann in einer Straßenbahn mehrere Menschen angeschossen haben. Es gibt mehrere Verletzte und drei Tote. Die Behörden suchen nach einem Verdächtigen – und Ministerpräsident Mark Rutte spricht von einem „Anschlag“.
          Ständig im Wandel: Mit der Veränderung der digitalen Welt wandelt sich der Beruf des Hackers gleich mit.

          Wandel in der Hackerszene : Vom Outlaw zum Freelancer

          Die digitale Welt befindet sich in einem stetigen Wandel und mit ihr der Beruf des Hackers: Waren sie früher vor allem von Neugier getrieben, dienen Hacker heute meist fragwürdigen Herren.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.