https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/rizin-kanadierin-schickte-trump-brief-mit-gift-18630339.html

Vor Gericht in Washington : Frau schickte Trump Brief mit selbst hergestelltem Gift

  • Aktualisiert am

Donald Trump absolviert im Midterm-Wahlkampf im August 2022 einen Auftritt in Wisconsin. Bild: AP/Morry Gash

Offenbar aus Hass gegen Donald Trump schickte eine Kanadierin ihm kurz vor der letzten Präsidentenwahl Rizin. Außerdem drohte sie mit einem Attentat und wollte mit einer geladenen Waffe einreisen. Nun droht lange Haft.

          1 Min.

          Weil sie einen Drohbrief mit dem tödlichen Gift Rizin an den damaligen amerikanischen Präsidenten Donald Trump schickte, drohen einer Franko-Kanadierin mehr als 20 Jahre Gefängnis. Die 55 Jahre alte Pascale Ferrier bekannte sich laut US-Justizministerium am Mittwoch vor einem Gericht in der Hauptstadt Washington schuldig, Briefe mit Rizin an das Weiße Haus sowie an Polizeivertreter im Bundesstaat Texas adressiert zu haben.

          Das Strafmaß soll am 26. April verkündet werden. Sollte die zuständige Richterin eine Vereinbarung zwischen Ferrier und der Staatsanwaltschaft absegnen, würde die Angeklagte wegen Verstößen gegen das Biowaffen-Recht zu 262 Monaten Haft verurteilt. Das entspricht knapp 22 Jahren Gefängnis.

          Brief aus Kanada geschickt

          Die Frau hatte im September 2020 von Kanada aus einen Brief mit selbst hergestelltem Rizin an Trump geschickt und den Präsidenten aufgefordert, seine Bewerbung für die Präsidentschaftswahl im folgenden November zurückzuziehen.

          „Ich habe einen neuen Namen für Dich: 'Der hässliche Tyrannen-Clown', ich hoffe, das gefällt Dir“, schrieb sie demnach. Sollte das Rizin nicht wirken, „werde ich eine bessere Rezeptur für ein anderes Gift finden, oder ich könnte meine Waffe nutzen, wenn ich in der Lage bin zu kommen. Genieß es!"

          Mit Waffe am Grenzübergang erwischt

          In der gleichen Zeit schrieb sie im Kurzbotschaftendienst Twitter, jemand solle Trump „ins Gesicht schießen“. Sie versuchte dann, mit dem Auto von Kanada aus in die USA zu fahren. Grenzbeamte fanden bei ihr eine geladene Schusswaffe und hunderte Schuss Munition und nahmen die Frau fest.

          Ferrier hatte bereits 2019 in Texas wegen Waffenbesitzes rund zehn Wochen in Haft verbracht. Sie machte laut US-Justiz texanische Polizeivertreter dafür verantwortlich und schickte ihnen deswegen ebenfalls Briefe mit Rizin. Durch das Gift kam letztlich niemand zu Schaden.

          Rizin wird aus den Samen des Wunderbaums (Ricinus communis) gewonnen und ist hochgiftig.

          Topmeldungen

          Kölner Regelverstoß : Ein Verein am Pranger

          Laut FIFA hat der 1. FC Köln gegen Transferregeln verstoßen und darf vorerst keine neuen Spieler verpflichten. Der Klub spricht von einer „Farce“ – und bangt um seine Zukunft.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.