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Riskante Hausgeburt : Haftstrafe für Hebamme nach Tod eines Säuglings

Außenaufnahme des Bundesgerichtshofs (Achivbild). Das Gericht hat die Verurteilung einer Hebamme wegen Totschlags durch Unterlassen bestätigt. Bild: dpa

Eine als Verfechterin der Hausgeburt bekannte Hebamme schickt eine Schwangere trotz Beckenendlage des Kindes nicht ins Krankenhaus. Das Kind stirbt. Die Hebamme muss ins Gefängnis.

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          Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Verurteilung einer Hebamme wegen Totschlags durch Unterlassen bestätigt. Das Landgericht Dortmund hatte die heute 62 Jahre alte durch Fachpublikationen bekannte Hebamme und Ärztin im Oktober 2014 wegen einer risikoreichen Hausgeburt zu sechs Jahren und neun Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Die Revision gegen dieses Urteil verwarf der BGH nun als unbegründet.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Die als Verfechterin der Hausgeburt bekannte Anita R. hatte 2008 die Betreuung einer Schwangeren übernommen, bei der eine Beckenendlage des Kindes festgestellt worden war. Die berufsrechtlichen Vorschriften der Hebammen und Leitlinien zur außerklinischen Geburtshilfe sehen bei Beckenendlagen wegen der damit einhergehenden häufigen Komplikationen die Geburt allerdings „nur unter klinischen Bedingungen“ vor.

          Anita R. wusste davon, verharmloste nach den Feststellungen des Landgerichts im Gespräch mit den Eltern jedoch die Geburtsrisiken und riet ihnen „aufgrund des von ihr verfolgten Entbindungskonzepts einer ,natürlichen Geburt‘ zu einer Hausgeburt“. Obwohl die Mutter die Hebamme eine Stunde nach dem Fruchtblasensprung über den Beginn der Geburt informierte, suchte die Hebamme sie erst Stunden später auf.

          Das Kind wurde nach 18 Stunden tot geboren

          Hätte Anita R. noch bis vier Stunden vor der Geburt die Kindsmutter in eine Klinik verlegen lassen, wäre das Kind mittels Kaiserschnitt gesund zur Welt gekommen, so das Gericht. Das sei der Angeklagten bewusst gewesen. Nach insgesamt 18 Stunden wurde das Kind nach Feststellung des Landgerichts dann wegen Sauerstoffmangels tot geboren.

          Das Landgericht verhängte im Oktober 2014 auch ein lebenslanges Berufsverbot gegen die Hebamme. Außerdem wurde sie zu Schadenersatz- und Schmerzensgeldzahlungen von knapp 50.000 Euro verurteilt (Aktenzeichen 4 StR 428/15).

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