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Kippa-Prozess : Ist „Jude“ für Sie ein Schimpfwort?

Mike Delberg, Repräsentant der Jüdischen Gemeinde Berlin, beantwortet im Kriminalgericht Fragen von Journalisten. Bild: Imago

Der angeklagte Palästinenser, der einen Kippa-Träger mit dem Gürtel attackiert haben soll, will gar nichts gegen Juden haben. In Berlin wird heute der Prozess fortgesetzt – der bis jetzt ein Lehrstück in Sachen Antisemitismus ist.

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          Das, was in Deutschland neuerdings gern als importierter Antisemitismus bezeichnet wird, wobei zu klären sein wird, wie neu das alles tatsächlich ist, wird an diesem Dienstag im stuckverzierten Saal 700 des Kriminalgerichts Berlin vermessen. Eben hat sich ein schmächtiger junger Mann, der 2015 aus Syrien geflüchtet ist, dafür entschuldigt, dass er auf einen anderen schmächtigen jungen Mann, der eine Kippa trug, mit einem Gürtel eingedroschen hat. Was sollte der Angeklagte auch anderes tun: Es gibt dieses Handyvideo, das seit dem Angriff am 17. April im Internet kursiert und auf dem das Gesicht des Angreifers und die Wucht seiner Schläge gut zu erkennen sind. Außerdem ist der Ruf „Yehudi“ zu hören – das arabische Wort für Jude.

          Julia Schaaf

          Redakteurin im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Trotzdem sagt der 19 Jahre alte Knaan Al S.: „Ich bin keiner, der gegen Juden ist.“ Und obwohl es gleich am ersten Verhandlungstag eine Reihe von Gründen gibt, diese Behauptung anzuzweifeln, lohnt es sich, seiner Verteidigungsstrategie eine Weile zu folgen.

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