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Rendsburg : Steuerberater tötet Finanzbeamten

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Tatort: Finanzamt Rendsburg Bild: dpa

Ein Steuerberater kommt wegen eines seiner Auffassung nach überhöhten Steuerbescheids in das Finanzamt Rendsburg. Im Gespräch schießt er auf den zuständigen Sachbearbeiter, der kurz darauf stirbt.

          Ein 58 Jahre alter Sachgebietsleiter des Finanzamts im schleswig-holsteinischen Rendsburg ist am Montag von einem Steuerberater erschossen worden. Der Beschwerdeführer habe gegen 10 Uhr am Vormittag das Amt betreten und das spätere Opfer in seinem Dienstzimmer im Erdgeschoss aufgesucht, sagte ein Polizeisprecher.

          Laut Informationen der Kieler Nachrichten kam es zu einem lauten Wortwechsel. Der 55 Jahre alte Täter aus einem Nachbarort soll sich über einen überhöhten Steuerbescheid beschwert haben. Im Laufe des Gesprächs habe der Täter zur Waffe gegriffen und auf den Finanzamtsmitarbeiter geschossen. Er starb später im Krankenhaus. Der Kundenverkehr wurde Montag und Dienstag abgesagt.

          Polizisten überwältigten den mutmaßlichen Täter noch im Amtsgebäude. Er wurde wegen einer Platzwunde kurz im Krankenhaus behandelt und kam dann in Polizeigewahrsam. Die Staatsanwaltschaft Kiel wollte das Obduktionsergebnis abwarten und am Dienstag Haftbefehl beantragen. Man gehe von einem Mord aus, sagte Staatsanwalt Axel Bieler.

          Übergriffe in deutschen Behörden

          April 2013: Ein 74 Jahre alter Rentner erschießt den Landrat des Kreises Hameln-Pyrmont (Niedersachsen). Tatort ist dessen Büro im Hamelner Kreishaus. Anschließend tötet sich der Täter selbst. Er soll jahrelang Ärger mit der Justiz gehabt haben.

          April 2013: Ein 57 Jahre alter Lastwagenfahrer ersticht eine Sachbearbeiterin der Führerscheinstelle Schleswig. Er wird später zu zehn Jahren Haft verurteilt.

          September 2012: Ein 52 Jahre alter Mann stürmt in das Jobcenter im niederrheinischen Neuss und ersticht eine Mitarbeiterin mit einem Fleischermesser. Der Vater von fünf Kindern hatte der Behörde illegalen Handel mit seinen persönlichen Daten unterstellt.

          Mai 2011: Eine 39 Jahre alte Frau randaliert in einem Frankfurter Jobcenter und verletzt einen Polizisten mit dem Messer. Dessen Kollegin schießt und trifft die Frau tödlich.

          Februar 2001: Ein 46 Jahre alter Langzeitarbeitsloser tötet den Direktor des Arbeitsamtes in Verden in Niedersachsen mit 25 Stichen in den Kopf. Die Behörde hatte ihm zuvor die Unterstützung gestrichen.

          Mai 1998: Ein 69 Jahre alter Mann erschießt aus Rache und Hass auf die Justiz einen 52 Jahre alten Amtsrichter in Essen. Er feuert viermal auf den Richter in dessen Dienstzimmer. Dann tötet er sich selbst.

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