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Remedia-Skandal : Israelisches Gericht erklärt Ernährungstechniker für schuldig

  • Aktualisiert am

Die Babynahrung des israelischen Herstellers Remedia enthielt zu wenig Vitamin B1. Drei Kinder starben an der Nahrung. Neun Jahre nach Bekanntwerden des Skandals hat ein israelisches Gericht nun einen Mitarbeiter von Remedia schuldig gesprochen.

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          Drei tote Kinder wegen mangelhafter Babynahrung: Mehr als neun Jahre nach dem Remedia-Skandal in Israel ist ein ehemaliger Mitarbeiter des Unternehmens schuldig gesprochen worden. Ein Gericht in Petach Tikva verurteilte den Ernährungstechniker am Mittwoch wegen fahrlässiger Tötung. Das Gericht sprach zwei weitere ranghohe Mitarbeiter der Firma frei. Das Strafmaß wird zu einem späteren Zeitpunkt verkündet.

          Nahrung enthielt zu wenig Vitamin B1

          Seit 2003 waren drei Kinder gestorben und rund 20 weitere Kleinkinder zum Teil schwer erkrankt, nachdem sie mit Remedia-Babynahrung gefüttert worden waren, die zu wenig Vitamin B1 enthielt. Die deutsche Humana hatte die Sojamilch für Remedia hergestellt. Vitamin B1 ist wichtig für den Energiestoffwechsel und das Nervensystem.

          Der für die Qualitätskontrollen zuständige israelische Ernährungstechniker habe wissen müssen, dass eine veränderte Zusammensetzung der Babynahrung keinen Zusatz von Vitamin B 1 enthielt, schrieb die Richterin in der Urteilsbegründung. Er habe nachlässig gehandelt und keine Überprüfung des Endprodukts angeordnet.

          „Beleidigung der Familien“

          Weiter hieß es in der Begründung: „Die Hauptschuld an dem tragischen Ergebnis trägt die Firma Humana.“ Sie sprach von einer „Reihe von schweren Versäumnissen“ des deutschen Unternehmens. Humana habe damals einseitig entschieden, den Anteil von Vitamin B1 in der Sojamilch zu verringern. Remedia sei in diese Entscheidung nicht eingeweiht gewesen. Auf der Verpackung sei die angemessene Menge des Vitamins angeben worden, das Milchpulver selbst habe jedoch viel zu wenig davon enthalten.

          Die Richterin äußerte Bedauern darüber, dass ein Verfahren der Staatsanwaltschaft Bielefeld gegen vier ehemalige Mitarbeiter von Humana vor gut vier Jahren gegen Zahlung von Geldbußen eingestellt wurde. „Der Staat Israel hat sich nicht darum bemüht, die verantwortlichen Repräsentanten von Humana vor Gericht zu bringen und es wurde kein Auslieferungsantrag gestellt“, hieß es weiter.

          Amir Nati, dessen heute neunjährige Tochter schwere Schäden davongetragen hat, äußerte Enttäuschung über den Freispruch der beiden ranghohen Remedia-Mitarbeiter. Er nannte die Entscheidung eine „Beleidigung der Familien“, die tagtäglich mit den Langzeitschäden zu kämpfen hätten. Nati kündigte an, er wolle das Urteil anfechten.

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