https://www.faz.net/-gum-9rscs

Mögliche Freiheitsberaubung : Razzia in Einrichtung für Menschen mit Behinderung

  • Aktualisiert am

Der Wittekindshof in Bad Oeynhausen wurde am Dienstag von der Polizei durchsucht. Bild: dpa

Im ostwestfälischen Bad Oeynhausen hat die Polizei eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung durchsucht. Es bestehe der Verdacht, dass Bewohner eingeschlossen und fixiert worden seien.

          1 Min.

          Eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung in Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen) ist am Dienstag von der Polizei durchsucht worden. Es bestehe der Verdacht, dass Bewohner ohne richterlichen Beschluss im Zimmer eingeschlossen und fixiert worden seien, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Die Ermittler hätten umfangreiches Beweismaterial, Aktenordner und andere Daten mitgenommen.

          Der Anfangsverdacht richtet sich laut Mitteilung gegen den 55 Jahre alten Leiter eines Geschäftsbereich des Wittekindshofs. Die Vorfälle sollen im Bereich der „heilpädagogischen Intensivbetreuung“ passiert sein. Mehrere Gebäude auf dem weitläufigen Gelände seien durchsucht worden, hieß es. Es werde mit einem langen Verfahren und zahlreichen Vernehmungen gerechnet.

          Die diakonische Stiftung Wittekindshof ist ein überregionales Sozialunternehmen mit Standorten und Angeboten in Ostwestfalen, dem Münsterland und im Ruhrgebiet. Insgesamt arbeiten dort nach Unternehmensangaben 3400 Beschäftigte, über 5000 Menschen mit Behinderung und Nicht-Behinderte verschiedenen Alters nutzen die Angebote.

          Die Einrichtung sicherte den Behörden die volle Unterstützung zu. „Wir sind an einer vorbehaltlosen Aufklärung im hohen Maße interessiert“, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme. „Wir bitten um Verständnis, dass wir uns aufgrund des laufenden Verfahrens nicht zu weiteren Details der Ermittlungen äußern können“, sagte Pfarrer Prof. Dierk Starnitzke, Vorstandssprecher der Diakonischen Stiftung Wittekindshof, laut der Erklärung.

          Weitere Themen

          Polizei blitzt Frau mit Kinderwagen

          Verkehr : Polizei blitzt Frau mit Kinderwagen

          Manchmal geht es wirklich kurios auf deutschen Straßen zu: Ein Glück für einen Autofahrer aus dem Sauerland – der darf sich über eine ungewöhnliche Fotobombe freuen.

          Topmeldungen

          Einst war beim Arbeits- und Gesundheitschutz das technisch Machbare die Richtschnur. Nun definiert das arbeitsmedizinisch Unbedenkliche den Maßstab – notfalls auch um den Preis, dass manche Arbeiten unterbleiben müssen.

          F.A.Z. exklusiv : Der Straßenbau droht gestoppt zu werden

          Ein Grenzwert soll in Zukunft verhindern, dass Arbeiter zu viele Asphaltdämpfe einatmen. Nun fürchtet die Branche, komplett lahmgelegt zu werden. In einem Brandbrief bittet man um eine Übergangszeit.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.