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Razzia in Berlin : 180 Fußball-Anhänger festgenommen

  • Aktualisiert am

Polizeieinsatz gegen gewaltbereite Fans Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Bei einer Razzia in einer Berliner Diskothek hat die Polizei mehr als 180 Fußball-Anhänger festgenommen. Ziel war es, vor dem Spiel zwischen den Oberligisten 1. FC Union und BFC Dynamo mögliche Ausschreitungen zu verhindern.

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          Bei einer Razzia in einer Berliner Diskothek hat die Polizei in der Nacht zu Sonntag mehr als 180 Fußball-Anhänger festgenommen. Diese aktuellen Zahlen teilte die Polizei am Sonntag nachmittag mit. Ziel war es, vor dem Fußballspiel zwischen den Oberligisten 1. FC Union und BFC Dynamo Rädelsführer der gewaltbereiten Fußballfanszene namhaft zu machen und mögliche Ausschreitungen bei dem Derby zu verhindern.

          Der Großeinsatz mit etwa 300 Beamten hatte gegen 1.30 Uhr in der Diskothek „Jeton“ an der Frankfurter Allee im Bezirk Friedrichshain begonnen, wo mehr als 200 Fans des BFC Dynamo versammelt waren. Die Diskothek sei als „Treffpunkt gewaltbereiter Fußballfans des BFC Dynamo“ und Hooligans bekannt, hieß es bei der Polizei.

          „Harter Kern der gewaltbereiten Fanszene“

          Nach Angaben der Polizei leisteten Dynamo-Anhänger „massiven Widerstand“ gegen die Festnahmen. Sie sollen die Beamten mit Flaschen, Gläsern und Einrichtungsgegenständen angegriffen haben. Dabei seien fünf Fans leicht verletzt worden. Polizeibeamte wurden nicht verletzt. Am Nachmittag befanden sich noch 145 Festgenommene in Gewahrsam. Sie sollen Polizeiangaben zufolge zum „harten Kern der gewaltbereiten Fanszene“ gehören.

          Der Polizeieinsatz erfolgte nach einem Beschluß des Amtsgerichts Tiergarten, das eine Durchsuchung der Räume „im Zusammenhang mit der Hooligan-Szene“ angeordnet hatte. An dem Einsatz waren auch 100 Beamte der Spezialeinsatzkommandos aus Berlin, Brandenburg und Niedersachsen beteiligt. Der BFC Dynamo kritisierte das Vorgehen der Polizei. „Alles, was wir erfahren haben, war, daß die Polizei dort eine Übung veranstaltet hat und alles in Grund und Boden getreten hat“, sagte Trainer Jürgen Piepenburg.

          Spielbeginn mit Verspätung

          Das Fußballspiel wurde am Sonntag nachmittag mit über einer halben Stunde Verspätung im Stadion an der Alten Försterei angepfiffen. Zuvor hatte die Vereinsführung des BFC erwogen, das Team wegen des Polizeieinsatzes vom Spiel zurückzuziehen. Erst eine Stunde vor dem Anpfiff erklärte sich der Verein zum Antreten bereit, nachdem die Spieler in der Kabine darüber abgestimmt hatten. Union gewann mit 8:0. Aus Sorge vor Auseinandersetzungen zwischen den gegnerischen Fans hatte die Polizei insgesamt 1.000 Beamte im Einsatz.

          Unter den rund 14.000 Zuschauern sollten sich nach Einschätzung der Polizei auch mehrere hundert gewaltbereite Hooligans befinden. Bis nach Spielende gab es nach Angaben der Polizei jedoch keine Auseinandersetzungen unter den verfeindeten Fangruppen. Die Rivalität der beiden Vereine rührt aus DDR-Zeiten, wo der zehnmalige Meister BFC Dynamo von Stasi-Chef Erich Mielke im Ostteil Berlins stets protegiert wurde, während der 1. FC Union oft gute Spieler zum Erzrivalen abstellen mußte.

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