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Raub von Flick-Sarg : Ermittler haben noch keine Spur

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Blick auf das Mausoleum, aus dem der Sarg mit dem Leichnam Friedrich Karl Flicks gestohlen wurde Bild: dpa

Im Fall des verschwundenen Sargs mit dem Leichnam des Milliardärs Friedrich Karl Flick hat die Polizei noch keine Spur. Eine Lösegeldforderung gibt es bisher nicht. Die sterblichen Überreste des 2006 verstorbenen Milliardärs waren am Mittwoch aus seinem Grab am Wörthersee gestohlen worden.

          Bei den Ermittlungen um den gestohlenen Sarg und Leichnam des deutschen Milliardärs Friedrich Karl Flick tappt die Polizei weiter im Dunkeln. Der mehr als 200 Kilogramm schwere Sarg des Industriellen war - vermutlich am vergangenen Wochenende - aus dem Familienmausoleum auf dem Friedhof von Velden am Wörthersee in Österreich gestohlen worden. Der Raub wurde erst am Mittwochvormittag von einer Angestellten der Flick-Familie bemerkt, die an der Grabstätte Kratz- und Schleifspuren fand.

          Bisher konnte die Polizei keine Augenzeugen für das Verbrechen ausfindig machen, berichtete der österreichische Rundfunk ORF auf seiner Homepage am Donnerstag. Um weitere Entführungen zu verhindern, wird jetzt auf Anordnung der Behörden auch das Urnengrab des vor knapp sechs Wochen bei einem Autounfall getöteten Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider im Kärntner Bärental bewacht. Auch der Personenschutz für die neun Jahre alten Zwillinge Flicks wurde verstärkt.

          Bisher keine Lösegeld-Forderung

          Zwar setzte die Polizei bei einem Großeinsatz inzwischen Hundestaffeln und einen Hubschrauber ein, doch gibt es nach wie vor keinen Hinweis auf den oder die Täter. Die Beamten gehen davon aus, dass es sich um eine Tätergruppe handelt, die die mehrere hundert Kilogramm schwere Granitplatte über dem Grabstein weg schob. Anschließend hätten die Täter den schweren Sarg vermutlich mit einem Lastwagen abtransportiert. Eine Forderung nach Lösegeld für die Rückgabe des Sarges mit dem Toten gibt es bisher noch nicht. Nach Angaben von Gottlieb Türk, dem Sprecher des Landespolizeikommandos, gibt es bisher „auch keine Hinweise in Richtung Erpressung“.

          Das Mausoleum steht auf dem Friedhof in Velden am Wörthersee

          Die Witwe des Milliardärs, Ingrid Flick, erhielt die Nachricht von dem Raub des Leichnams ihres Mannes in den Vereinigten Staaten. Die „Entführung“ des Flick-Sarges ist nicht das erste Kidnapping eines prominenten Toten. Im März 1978 raubten zwei Männer auf dem Friedhof von Corsier-sur-Vevey über dem Genfer See den Leichnam von Charly Chaplin. Nach zahlreichen Telefonaten, bei denen es um Lösegeld ging, wurden die Grabräuber schließlich gefasst.

          Flick 2006 verstorben

          Friedrich Karl Flick war am 5. Oktober 2006 in seiner Villa am Südufer des Wörthersees im Alter von 79 Jahren gestorben. Er hinterließ eine Frau und vier Kinder, die er zum Erbe seines geschätztes Vermögens von fünf bis sechs Milliarden Euro machte. Der Milliardär war 1985 nach dem Verkauf des Flick-Firmenimperiums nach Österreich gezogen und heiratete dort die Kärntnerin Ingrid Ragger. 1991 entführten Kriminelle ihren Bruder und forderten mehrere Millionen an Lösegeld. Die Entführung endete unblutig, die Täter wurden verhaftet und verurteilt.

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