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Komponist Hans-Jürgen von Bose : Prozessauftakt gegen Musikprofessor in München

  • -Aktualisiert am

Der Angeklagte Hans-Jürgen von Bose, Komponist und ehemaliger Hochschul-Professor der Münchner Musikhochschule, steht vor Prozessbeginn im Landgericht München. Bild: dpa

In München hat der Prozess gegen den Komponisten Hans-Jürgen von Bose begonnen. Dem ehemaligen Professor der Münchner Musikhochschule wird Missbrauch in drei Fällen und illegaler Drogenbesitz vorgeworfen.

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          Am Landgericht München I hat am Freitag der Prozess gegen den Komponisten und ehemaligen Professor der Münchner Musikhochschule Hans-Jürgen von Bose begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, die Schwester eines seiner Studenten, mit der er eine Beziehung führte, in drei Fällen vergewaltigt zu haben; auch Drogenbesitz wird ihm zur Last gelegt. Er soll die Frau laut Staatsanwaltschaft unter anderem mit der Drohung sexuell gefügig gemacht haben, er habe die Macht, ihren Bruder beruflich zu ruinieren. Auch sei von Bose gewalttätig geworden und habe sie unter Entzug von Essen und Trinken über Tage in seiner Wohnung eingesperrt.

          Timo Frasch

          Politischer Korrespondent in München.

          Der heute 66 Jahre alte Angeklagte ließ über seinen Verteidiger die Vorwürfe, die sich auf die Jahre 2006 und 2007 beziehen, zurückweisen. Jedweder Geschlechtsverkehr zwischen ihm und dem etwa 30 Jahre jüngeren mutmaßlichen Opfer sei einvernehmlich gewesen.

          In dem Verfahren geht es auch um den Ruf der Münchner Musikhochschule. Der Bundesgerichtshof hatte Anfang Oktober 2019 das Urteil des Landgerichts München I bestätigt, das den früheren Hochschulpräsidenten Siegfried Mauser im Mai 2018 wegen sexueller Nötigung in drei Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt hatte. Der heutige Hochschulpräsident Bernd Redmann hatte vor Verfahrensbeginn gesagt, er sei „erleichtert“, dass der Strafprozess nun anfange. Die vor fünf Jahren begonnenen Ermittlungen seien „eine enorme Belastung für alle Beteiligten“.

           

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