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Prozeß : Zeugin: „Paolo Pinkel“ nahm Kokain

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Michel Friedman alias Paolo Pinkel Bild: dpa

Der frühere Vizepräsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Michel Friedman, hat nach Aussage einer früheren Prostituierten im Prozeß gegen einen Berliner Callgirl-Ring bei ihren Besuchen Kokain genommen.

          Der frühere Vizepräsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Michel Friedman, hat nach Aussage einer früheren Prostituierten im Prozeß gegen einen Berliner Callgirl-Ring bei ihren Besuchen Kokain genommen. Bei „Paolo Pinkel“ habe immer Kokain herumgelegen, das er auch konsumiert habe, sagte die Hauptzeugin „Ewa“ am Dienstag vor dem Berliner Landgericht. Der Name Friedman wurde in der Verhandlung aber nicht direkt genannt. „Paolo Pinkel ist Michel Friedman“, sagte einer der Verteidiger, Ralf Olsowski. Dies gehe aus den Prozeßakten hervor.

          Er habe auch ihr Kokain angeboten, sie habe aber nichts genommen, sagte die junge Frau, die von einem Freier freigekauft worden war. Sie wurde inzwischen in das Zeugenschutzprogramm aufgenommen. Die Ermittlungen zu dem Callgirl-Ring hatten im Sommer die so genannte Friedman-Affäre ausgelöst. Nach einer Durchsuchung von Friedmans Wohnung waren „szenetypische“ Päckchen gefunden worden. Der Moderator räumte den Drogenkonsum bedauernd ein und akzeptierte einen Strafbefehl in Höhe von 17.400 Euro. Friedman wird in dem Prozeß aber nicht als Zeuge erwartet. Wegen des Skandals trat er von allen Ämtern zurück. Inzwischen hat er sich im Fernsehen für die Verbindung zu den Prostituierten entschuldigt.

          Die Ukrainerin berichtete, wie sie in Berlin zur Prostitution gezwungen worden sei. Zuvor sei sie mehrfach vergewaltigt worden, hatte sie unter Tränen berichtet. Angeklagt sind ein Ukrainer sowie zwei polnische Mitbeschuldigte wegen schweren Menschenhandels. Sie sollen als gewerbsmäßig organisierte Bande mindestens 15 Frauen aus Osteuropa unter Androhung von Schlägen und Mord von Mai 2001 bis zur Festnahme der Männer im April dieses Jahres zur Prostitution gezwungen haben. Der Ring soll vor allem Kontakte zu prominenten Freiern gehabt haben. Der Prozeß wird am Freitag fortgesetzt.

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