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Landgericht Hanau : Viele Lügen und eine Bluttat

Vor dem Landgericht Hanau: Der Angeklagte Ingo K. soll das Opfer im Internet kennengelernt haben. Bild: dpa

Am Landgericht Hanau wird über die Ermordung einer 48 Jahre alten Frau verhandelt. Der 40 Jahre alte Angeklagte soll sie im Juli des vergangenen Jahres in Erlensee erstochen haben.

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          Der schlanke, fast drahtige Mann sitzt mit verschränkten Armen im Gerichtssaal, während eine frühere Freundin über ihn spricht. Der 40 Jahre alte Ingo K. schaut die Frau durchdringend und abschätzig an. Der 34 Jahre alten Mareike S. fällt wenig Positives ein. Den Mann hat die Wetzlarerin 2006 über Freunde kennengelernt. Am Anfang habe er sich von der besten Seite gezeigt und einen guten Eindruck gemacht – „bis man ihn richtig kennt“, sagt Mareike S. Dann habe sie erfahren, wie zornig Ingo K. werden könne, wenn sie ihn gefragt habe, was er eigentlich im Internet mache. Er habe Heimlichkeiten daraus gemacht, mit wem er Schriftverkehr habe. Zu dem Zeitpunkt lebten die beiden schon zusammen, denn Mareike S. war gleich zu Beginn der Beziehung schwanger geworden.

          Jan Schiefenhövel
          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Bei Flirts im virtuellen Raum blieb es nicht, wie die Frau sagt. Ingo K. sei nicht treu gewesen. Als sie nach der Geburt der gemeinsamen Tochter in der Klinik gewesen sei, sei er zu einer „Frau aus dem Internet“ verschwunden. Ein andermal habe er sie mit einer Frau aus dem Freundeskreis betrogen. Oft habe Ingo K. gelogen, so habe er zum Beispiel behauptet, er komme aus einer wohlhabenden Familie. Er habe sich wie ein Pascha aufgeführt. Einmal habe er sie mit beiden Händen gewürgt und blaue Flecke am Hals hinterlassen.

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