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Prozess in Essen : Ehemaliger Fußballer soll Tod vorgetäuscht haben

Der Angeklagte kommt in einen Gerichtssaal des Landgerichts Essen. Bild: dpa

Nach dem Tod ihres Mannes erhielt Christina K. 1,2 Millionen Euro aus einer Lebensversicherung. Doch der ehemalige Profifußballer lebte noch.

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          Vor dem Landgericht Essen hat am Montag der Prozess gegen den früheren Profifußballer Hiannick K. und dessen Ehefrau Christina begonnen. Der 35 Jahre alte Kongolese soll laut Anklage Anfang 2016 vorgetäuscht haben, bei einem Autounfall in Kinshasa tödlich verunglückt zu sein. Erst wenige Monate zuvor hatte K. eine Lebensversicherung über 1,2 Millionen Euro abgeschlossen. Die Summe wurde Ende 2016 an Christina K. ausgezahlt.

          Reiner Burger
          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Der Kongolese, der als Nachwuchstalent galt, hatte einst gemeinsam mit Manuel Neuer in der A-Jugend von Schalke 04 gespielt, war später Mitglied der zweiten Mannschaft und beendete seine Karriere beim VfB Hüls. Nach dem vermeintlichen Tod von Hiannick K. war die Betroffenheit bei ehemaligen Klubkameraden groß.

          2018 erschien K. in der deutschen Botschaft in Kinshasa und gab an, im Januar 2016 während einer Reise im Landesinneren entführt worden zu sein. Im Juli erhob die Staatsanwaltschaft Essen Anklage wegen des Verdachts des gemeinschaftlichen Versicherungsbetrugs gegen Hiannick und Christina K.

          Während der ehemalige Profifußballer zum Prozessauftakt am Montag keine Angaben machen wollte, ließ seine Ehefrau über ihren Verteidiger mitteilen, sie habe zu keiner Zeit „strafrechtlich relevantes Verhalten an den Tag gelegt“. Das Landgericht Essen hat für den Prozess bisher vier Verhandlungstage bis zum 16. November angesetzt.

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