https://www.faz.net/-gum-9u27a

Keine Autos ausgeliefert : Prozess gegen betrügerische Autoverkäufer hat begonnen

Der Hauptangeklagte räumte die Vorwürfe größtenteils ein. Bild: dpa

Mit Scheinfirmen im Internet boten drei Männer und zwei Frauen teure Fahrzeuge an, lieferten diese aber nie aus. Der Schaden beläuft sich auf rund eine Million Euro. Zu Prozessbeginn entschuldigte sich der Hauptangeklagte bei den Opfern.

          1 Min.

          Gefälscht war so ziemlich alles, was die mutmaßliche Bande für ihre Transaktionen nutzte: Es gab gefälschte „Autosalons“ im Internet, gefälschte Firmenlogos, bearbeitete Fotos von Luxusfahrzeuge der Marken BMW, Jaguar, Mercedes oder Porsche, gefälschte Identitäten der „Verkäufer“, gefälschte Überweisungsträger. Seit Mittwoch müssen sich in München drei Männer und zwei Frauen vor dem Landgericht München wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs verantworten. Sie sollen von 2016 an in unterschiedlicher personeller Konstellation unter anderem mit Schein-Firmen im Internet, die mit einer fingierten Adresse eingetragen waren, teure Fahrzeuge verkauft haben.

          Karin Truscheit

          Redakteurin im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Laut Anklage wurde in mindestens 35 Fällen der Kaufpreis entweder ganz oder teilweise überwiesen. Nie sei jedoch ein Auto ausgeliefert worden. Ein Käufer hat demnach für einen „Mercedes GLC“ 48.500 Euro überwiesen, ein anderer 57.000 für einen „Range Rover Sport“. Insgesamt beläuft sich der Schaden aus diesen „Autoverkäufen“ nach den Angaben auf mehr als eine Million Euro.

          Einer der Angeklagten, ein 41 Jahre alter Kaufmann, fungierte laut Staatsanwaltschaft als Chef. Er habe gestohlene oder gefälschte Personalausweise beschafft und mit den falschen Identitäten Bankkonten eröffnet sowie als „Verkäufer“ am Telefon oder per Mail „Scheinkaufverträge“ mit den Opfern abgeschlossen.

          Eine der angeklagten Frauen, eine 36 Jahre alte Frührentnerin, soll „Designaufgaben“ für die Internetseiten der „Autohäuser“ übernommen, unter falscher Identität mit Banken telefoniert und Fotos von fremden Fahrzeugen aufgenommen haben, die dann als „Kaufobjekte“ präsentiert wurden. Laut Deutscher Presseagentur hat der Hauptangeklagte am Mittwoch die Taten größtenteils gestanden. Er entschuldigte sich bei seinen Opfern und gab an, aus Geldsorgen gehandelt zu haben.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.